Mutiger Bursche

700-Kilo-Stier verjagt: Luca rettet Nachbar Leben

Es war ein 700 Kilogramm schwerer Stier, der im oberösterreichischen St. Marienkirchen/Sch. am elterlichen Hof auf Fredi Spielvogel (20) losging und ihn schwer verletzte. Der 13-jährige Luca Sinzinger griff mutig ein, konnte den Bullen kurz vertreiben und den Nachbarsohn retten.

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Am 14. Dezember wollte Luca Sinzinger um 15 Uhr am 300 Meter entfernten Nachbarhof in St. Marienkirchen/Sch. vorbei schauen. Doch er entschied sich kurzfristig um und kam dort bereits eine halbe Stunde früher an – gerade rechtzeitig, um eine Tragödie zu verhindern. „Ich hab’ Schreie aus dem Laufstall gehört. Das war der Fredi, der vom Stier attackiert worden ist“, erzählt der 13-Jährige, der erkannte, dass sich der 20-Jährige in Lebensgefahr befindet.

Gegen die Mauer gedrückt
Der Sohn des Hofbesitzers war von dem 700 Kilogramm schweren Bullen gegen die Mauer gedrückt worden. „Er hat mir acht Rippen, das Schlüsselbein und den Lendenwirbel gebrochen“, sagt Spielvogel. Besonders gefährlich war, dass eine Rippe sich in seine Lunge gebohrt hatte. „Die Lunge ist zusammengefallen und ich hab’ fast keine Luft mehr gekriegt“, so der Verletzte.

Luca schnappte sich sofort einen Kübel und einen Holzstock, die er beide auf das wütende Tier schleuderte. Der Stier war davon offenbar so verdutzt, dass er kurz von seinem Opfer abließ. Auch, dass es in der Herde plötzlich laut wurde, trug zur Ablenkung bei. „Ich weiß dann leider nicht mehr viel“, erklärt Spielvogel, der offenbar noch versucht hatte, über die 1,5 Meter hohe Mauer zu flüchten. Wozu ihm allerdings die Kraft fehlte.

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Eine der acht gebrochenen Rippen hat sich in Fredis Lunge gebohrt. Der Luca ist ein super Bursch, er hat ihm das Leben gerettet.

Alfred Spielvogel, Vater des Attackierten

Mit künstlichem Sauerstoff versorgt
„Ich hab’ ihn dann rübergezogen“, bestätigt Luca, der den Verletzten in stabile Seitenlage brachte und Erste Hilfe leistete, so wie er es bei der Feuerwehrjugend gelernt hatte. Vorbeikommenden Passanten rief er zu, dass sie die Rettung alarmieren sollen. Spielvogel, dessen Vater Alfred ebenfalls herbeieilte, wurde vom Notarzt mit künstlichem Sauerstoff versorgt und ins Klinikum Schärding gebracht. „Dort hat man Gott sei dank den Lendenwirbelbruch erkannt“, lobt Vater Alfred.

Sohn Fredi wurde erfolgreich operiert und durfte am Stefanitag wieder heim: „Schlüsselbein und Rippen tun noch weh, aber mir geht es soweit ganz gut.“ Bei Luca hat er sich schon bedankt. „Es war großartig, was er gemacht hat!“

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