22.12.2021 14:15 |

GECKO bremst Gastro

Früher zu, keine Silvester-Partys, Event-Schranke!

Bund und Länder haben am Mittwoch lange beraten, wie sie der erwarteten massiven Omikron-Infektionswelle entgegentreten wollen. Die Ergebnisse wurden am Nachmittag präsentiert - und es wird wieder deutlich nachgeschärft: Sperrstunde in der Gastronomie ist ab 27. Dezember um 22 Uhr (statt bislang 23 Uhr). Auch zu Silvester ist - anders als kürzlich erst vom Gesundheitsminister angekündigt - nun wieder früher Schluss. Außerdem werden Veranstaltungen auf 2000 Personen beschränkt. Und auch bei der Einreise nach Österreich gibt‘s Verschärfungen.

Die Neuerungen bei den Corona-Maßnahmen im Überblick:

  • Die Gastro-Sperrstunde wird auf 22 Uhr vorverlegt - das gilt auch für Silvester und betrifft auch die Hotellerie.
  • Feiern sind mit maximal 25 Personen ohne zugewiesene Sitzplätze erlaubt, bei Treffen gilt 2G und Maskenpflicht.
  • Personengruppen (indoor): bis 500 Gäste 2G, bis 1000 Gäste 2Gplus, bis 2000 Personen (Höchstgrenze) müssen Gäste geboostert sein.
  • Auch outdoor gilt 2G und Maskenpflicht mit zugewiesenen Sitzplätzen.
  • Großbritannien, Dänemark, Niederlande und Norwegen werden zu Virusvariantengebieten (mehr Infos dazu).

„Wir raten Ihnen dringend von Silvesterfeiern ab“
„Wir raten Ihnen dringend von Silvesterfeiern ab. Treffen Sie sich mit Geimpften, lassen Sie sich testen, feiern Sie im kleinen, sicheren Kreis“, erklärte GECKO-Chefin Katharina Reich unter anderem. Die 22-Uhr-Sperrstunde auch zu Silvester sei ein „wichtiges Signal“, um klarzumachen, dass nun „keine Zeit zum Feiern“ sei.

Zitat Icon

Jetzt ist keine Zeit zum Feiern.

GECKO-Chefin Katharina Reich

„Wir fahren auf Sicht“
Inwieweit die verkündeten Maßnahmen ausreichen oder ob es noch zusätzliche Schritte braucht, werde nächste Woche in einer neuerlichen GECKO-Sitzung beraten. „Wir fahren auf Sicht“, sagte Reich zur Frage nach einem allfälligen neuerlichen Lockdown für alle sowie nach dem Vorgehen in der Zeit nach den Weihnachtsferien. Die Prognosen der Experten würden nur einen gewissen Zeitraum umfassen.

„Müssen Zeit gewinnen“
Auch Generalleutnant Norbert Gehart betonte den Zeitfaktor: „Ziel ist es jetzt, Zeit zu gewinnen, um die Intensivstationen zu leeren, bevor die neue Welle auf uns zurollt.“ Es gehe in erster Linie darum, jetzt Kontakte zu reduzieren. Und er richtete einen neuerlichen Appell an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen - auch Reich betonte, die Durchimpfungsrate müsse weiter erhöht werden.

Neben Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) waren auch Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (beide Grüne) sowie Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (beide ÖVP) bei dem Gipfel zugegen gewesen, die Landeshauptleute waren per Video zugeschaltet.

GECKO erstmals mit am Tisch - und allein auf der Bühne
Am Podium der Pressekonferenz vertreten war schließlich nur die Spitze der „gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination“ (GECKO), die zum ersten Mal mit am Verhandlungstisch saß, mit Chief Medical Officer Reich und Generalleutnant Norbert Gehart, der den erkrankten stellvertretenden Generalstabschef, Generalmajor Rudolf Striedinger, vertrat. Verkündet wurden die Maßnahmen also erstmals nicht mehr von der Regierung.

Harte Verhandlungen um Sperrstunde
Eine Rücknahme gewisser Corona-Lockerungen war bereits im Vorfeld erwartet worden - krone.at berichtete. Die ursprünglich für 13.30 Uhr angekündigte Pressekonferenz hatte sich um mehr als eine Stunde verzögert, die Verhandlungen - vor allem um die Gastro-Sperrstunde - dauerten bis zuletzt an. Letztlich wurde betont, dass die Vorschläge von Bund und Ländern „einhellig angenommen“ worden seien. Informationen der „Krone“ zufolge hatten sich allerdings nahezu alle Länder für eine Beibehaltung der Sperrstunde um 23 Uhr ausgesprochen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), derzeit noch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, sprach nach der Unterredung davon, dass man für die starke Ansteckungsgefahr der Omikron-Variante „sensibilisiert“ worden sei.

Wirte-Chef: „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben
Gastronomie-Spartenobmann Mario Pulker zeigte sich bereits schockiert und erklärte gegenüber der „Krone“: „Was willst du da noch sagen!? Mir fehlen die Worte! Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“

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