21.12.2021 18:00 |

Seltene Erkrankung

Verfrühtes Christkindl für den tapferen Tobias

Fluglotse wäre sein Traumberuf, verriet der Bub aus Wien-Liesing, der an einem seltenen Gendefekt leidet, der „Krone“. Die Austro Control erfüllte ihm den Wunsch. Der Achtjährige durfte Jobluft schnuppern.

Momente wie diese machen die Weihnachtszeit aus! Und sind ein Symbol für Mitmenschlichkeit. Anfang Dezember berichtete die „Krone“ über den achtjährigen Tobias, der als einziger Österreicher mit einem seltenen Gendefekt zur Welt kam, an dem weltweit überhaupt nur rund 60 Menschen leiden.

„Tobias fehlt in den Zellen ein bestimmtes Protein, daher fehlt ihm die Fähigkeit, Druck und Dehnung in den Muskeln wahrzunehmen und auf Reize zu reagieren“, so Mama Iris damals. Und dass der Bub sich sehnlich eine kostspielige Therapie im Ausland wünsche, für die sie sparen. Tobias selbst sagte zur „Krone“ beim vorweihnachtlichen Lockdown-Spaziergang durch den geschmückten Rathauspark, dass es sein großer Traum sei, Fluglotse zu werden.

Der Achtjährige hatte Tränen in den Augen
„Eine Kollegin hat mir den Artikel gezeigt, und da haben wir entschlossen, Tobias auf den Tower am Flughafen Schwechat einzuladen“, erzählt Andreas Neubauer, Chef der Austro-Control-Einheit im 109 Meter hohen Turm, dem Wahrzeichen des Wiener Flughafens.

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Ich bin überwältigt, wie viele Leute uns helfen, obwohl sie uns nicht kennen. Ein Weihnachtstraum!

Iris Amon über die zahlreichen Spenden für ihren Sohn.

„Als ich Tobias von der Einladung erzählt habe, sind ihm die Tränen in die Augen geschossen, so gejubelt hat er“, erinnert sich Tobias Mutter, die ihren Sohn seit seiner Geburt im November 2013 durch langwierige Krankenhausaufenthalte begleitet hat.

Lotsen vom Wissen des Buben beeindruckt
Die „Krone“ mit Tobias in der Zentrale der Flugsicherung dabei. „Jetzt darf ich wohin, wo ich normalerweise gar nicht hinkommen würde“, strahlte das Kind am Weg in den 25. Stock. Selbstbewusst nahm der Zweitklässler aus Liesing im Lotsensitze Platz, griff zum Hörer und begann zu kommentieren, was er auf den drei großen Bildschirmen sieht: „Da hinten kommt einer rein auf der 3-4. Und da startet eine Qatar Airways nach Doha, das seh ich an der Abkürzung QR.“ Die Mannschaft am Tower war von dem Wissen des Buben beeindruckt. Fluglotse Ronald beantwortet Fragen. Etwa, wie denn die Dienstzeiten am Tower seien ...

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Mama Iris überwältigt von der Hilfsbereitschaft
„Es war ur-cool“, meinte der Volksschüler, auf den zum Schluss eine Überraschung wartete. Austro-Control-Chefin Valerie Hackl überreichte der Familie einen Scheck über 10.000 Euro für die Therapie in Übersee: „Bei unserer Online-Weihnachtsfeier waren alle von der Idee begeistert. Einfach schön, seine große Freude zu sehen.“ Die sah man auch der Mama an, die sich herzlich bei allen Spendern bedankt: „Ich bin überwältigt, wie viele Leute uns helfen, obwohl sie uns nicht kennen. Ein Weihnachtstraum!“

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