19.12.2021 13:57 |

Drastische Maßnahmen

So will man in Europa die Omikron-Welle stoppen

Mit atemberaubender Geschwindigkeit breitet sich die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus in Europa aus und droht mancherorts die Gesundheitsversorgung zu überlasten. Experten fordern eine möglichst rasche Verschärfung der Beschränkungen. Der Zugang ist unterschiedlich. Österreich zum Beispiel kündigte am Freitag eine Verschärfung der Einreisebestimmungen an. Diese tritt am Montag in Kraft.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Um die Omikron-Infektionswelle zu bremsen, verhängten Dänemark und die Niederlande wenige Tag vor Weihnachten bereits einen harten Lockdown. In Großbritannien ist Omikron in England und Schottland bereits die dominante Variante. Frankreich greift indes auf strengere Impf-Regeln zurück. Hier die Lage im Einzelnen:

Österreich
Mit den verschärften Einreisebestimmungen dürfen ab Montag nur Reisende, die über einen gültigen 2G-Nachweis verfügen, ins Land. Wer geimpft oder genesen ist, muss zusätzlich einen aktuellen PCR-Test oder seinen Drittstich nachweisen können, um einer Quarantäne zu entgehen. Die Selbstisolation kann dann durch einen 72 Stunden lang gültigen PCR-Test oder den Nachweis einer Auffrischungsimpfung vermieden werden. Die Heimquarantäne ist erst beendet, wenn nach der Einreise ein PCR-Test gemacht und ein negatives Ergebnis bestätigt wurde. In diesem Fall ist zudem eine Registrierung durch eine Pre-Travel-Clearance verpflichtend.

Niederlande
Die Regierung in Den Haag hat einen neuen strengen Lockdown verhängt. Seit Sonntag müssen fast sämtliche Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schließen. Ausgenommen sind nur Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante erzwinge die harten Maßnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.

Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Jänner gelten. Eine Ausgangssperre soll es vorerst nicht geben.

Die Omikron-Variante breitet sich nach Angaben von Experten viel schneller aus als erwartet. In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Bereits vor Weihnachten werde diese Variante in der Hauptstadt dominant sein, hieß es. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden lag am Samstag bei 617.

Dänemark
Auch Dänemark fährt große Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23.00 Uhr öffnen. In dem Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern steigen die Corona-Zahlen seit einigen Wochen wieder stark an.

Am Freitag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen einen Rekordwert von rund 12.000. In mehr als einem Fünftel der Fälle handle es sich um die Omikron-Variante, heißt es. Die strengeren Regeln gelten zunächst bis Mitte Jänner.

Großbritannien
Die Omikron-Mutante ist in England schon dominierend: Sie mache nun 60 Prozent aller Fälle aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid. Allein am Samstag waren im Vereinigten Königreich 10.059 neue Omikron-Fälle gemeldet worden - dreimal so viele wie am Tag zuvor. Gleichzeitig spitzt sich in Großbritannien, wo bisher noch weitreichende Freiheiten gelten, die Debatte um schärfere Corona-Maßnahmen zu.

London hat bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Medienberichten zufolge laufen Diskussionen über eine Art Wellenbrecher-Lockdown nach den Weihnachtstagen. Wissenschaftliche Berater fordern eine möglichst schnelle Verschärfung der Beschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Man sei „fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag“ in England gebe - also eine hohe Dunkelziffer, so Experten Einige Modellierer warnten dem „Guardian“ zufolge, ohne schärfere Maßnahmen drohten bis zum Jahreswechsel bis zu zwei Millionen Neuinfektionen täglich.

Frankreich
Die Regierung in Paris greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Jänner kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht wird. Vor wenigen Tagen begannen die Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahre. Das zu Silvester geplante Feuerwerk und Konzert auf den Champs-Élysées fällt wegen der vielen Neuinfektionen aus.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).