08.12.2021 06:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Pandemie bekannt - kein gratis Storno bei Reisen

Trotz oder gerade wegen des Lockdowns denken viele ans Verreisen. Was derzeit auch ausdrücklich erlaubt ist. So verlockend die Aussicht auf Strand, Skiurlaub oder Städtetrip erscheint, muss einem bewusst sein, dass man auf Stornokosten sitzen bleiben kann. Wie ein Leser, der mit der Bahn eigentlich nach Nürnberg fahren wollte.

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Für Ende November wäre das Wochenende im bayrischen Nürnberg geplant gewesen. Die Zugtickets für die achtköpfige Reisegruppe waren gebucht und bereits bezahlt. Und dann kam der Lockdown. „Der Trip fällt für uns jetzt ins Wasser. Leider erreiche ich bei der Deutschen Bahn niemanden und hoffe, dass die Ombudsfrau uns helfen kann“, wandte sich Leser Thomas D. an uns.

Die rund 300 Euro für die Bahnkarten werden nicht retourniert. Die Deutsche Bahn begründet dies ausführlich damit, dass zum Buchungszeitpunkt bekannt gewesen sei, dass die Pandemie noch nicht als bewältigt aufzufassen sei und davon auszugehen war, dass das Infektionsgeschehen dynamisch verlaufe und auch entsprechende Konsequenzen auf die Mobilität beziehungsweise das Reisen haben könne. Zusätzlich werde bei dem von Herrn D. gewählten „Super Sparpreis“ darauf hingewiesen, dass es sich um ein nicht stornierbares Angebot handle. Seit dem Frühjahr 2020 empfehle die Deutsche Bahn daher explizit die Buchung eines stornierbaren Tarifs. Man gehe daher davon aus, dass Kunden bei Buchung von Super-Sparpreis-Tickets das Risiko auf sich nehmen, in unsicheren Zeiten zugunsten eines günstigeren Preises auf die Stornierbarkeit zu verzichten.

Geld zurück gibt es nur, wenn Veranstalter absagt
„Wer während einer Pandemie eine Reise bucht, kann sich nicht darauf verlassen, dass er sein Geld zurückbekommt“, warnt auch Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein. Außer der Veranstalter sage die Reise ab. Auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage könne man sich nur dann beziehen, wenn beide Vertragsparteien bei Vertragsabschluss nicht wissen, dass es eine Pandemie gibt. Davon kann derzeit keine Rede sein. Daher sei man auf Kulanz angewiesen. Auch eine Reiseversicherung bezahlt in einem solchen Fall nicht. Diese übernimmt die Kosten für ein Storno nur dann, wenn man zum Beispiel erkrankt. Nicht aber, weil man es sich anders überlegt hat oder nicht mehr reisen will.

 Ombudsfrau
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