01.12.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Abrüstung der Worte

In Zeiten einer gespaltenen Gesellschaft kann es leicht passieren, dass sich Grant, Frust und Ungerechtigkeiten am jeweils anderen Lager entladen. Es scheint, als wären sich Ungeimpfte und Geimpfte mittlerweile spinnefeind. Da hilft nur eines: ein Abrüsten der Worte.

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Wer dieser Tage durch die sozialen Medien streift, kann sich leicht davon ein Bild machen, wie angespannt die Situation innerhalb unserer Gesellschaft ist. Gerade, wenn es um das Thema Impfung geht, wird eine neue Intensität der Polarisierung sichtbar. Dass sich zwei Gruppen rein aufgrund ihrer Meinung so eklatant hassen - das gab es bei uns in Österreich noch nie zuvor!

Ungeimpfte: Schublade der Schwurbler ist schnell offen
Ja, Ungeimpfte haben gerade ein hartes Los. Asozial, unsolidarisch und dumm sind da die häufigsten Zuschreibungen und die Schublade der Schwurbler oder der Verschwörungstheoretiker ist selbst bei jenen, die lediglich Angst haben, gleich sperrangelweit offen. Der Druck durch die kommende Impfpflicht und die entsprechende Droh-Kommunikation der Politik verschärft ihre Sorgen. Kein Wunder, dass sich dann viele abkapseln und als Ausgegrenzte fühlen.

Geimpfte: Mitläufer, Lemminge und Idioten
Aber, auch, wenn sie sich gerne die Monopolstellung der „armen Opfer“ sichern wollen: Auch die Geimpften müssen sich dieser Tage vieles anhören. Wer öffentlich sagt, dass er geimpft ist, ist schnell ein Mitläufer, ein Regierungslemming und ein fremdgesteuerter Idiot. Dass man sich rechtfertigen muss, weil man der Wissenschaft glaubt, ist zermürbend. Vor allem dann, wenn man trotz aller solidarischer Bemühungen im Lockdown sitzt. Kein Wunder, dass da viele angefressen sind.

Gesellschaft hat es verlernt, respektvoll zu diskutieren
Die Pandemie hat uns nicht nur an die Grenzen unserer medizinischen Versorgung gebracht. Diese Gesellschaft hat es durch Corona verlernt, respektvoll zu diskutieren. Keiner möchte mehr zuhören, jeder hat seine einzementierte Meinung und glaubt seinen Fakten. Von der großen Solidarität im ersten Coronajahr ist nicht viel geblieben. Es dominieren gegenseitiges Unverständnis, Wut und Hass.

Können Schallenberg & Co. die Spaltung heilen?
Wenn die Pandemie besiegt ist, werden wir uns auch damit beschäftigen müssen, wie wir wieder zueinander finden. Das wird nach dieser langen Zeit der Spaltung keine leichte Aufgabe werden. Dazu braucht es auch Politiker, die vereinen und heilen. Ob Schallenberg und Co. das können?

Katia Wagner
Katia Wagner
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