Gewaltverbrechen

Tote Frau in Wiener Keller: Opfer wurde erstickt

Nach dem Fund einer toten Frau in einem Keller im Wiener Bezirk Brigittenau steht nun das Obduktionsergebnis fest und bestätigt ein Gewaltverbrechen. Das Opfer wurde erstickt. Die Fahndung nach dem 64 Jahre alten Lebensgefährten läuft unterdessen weiter auf Hochtouren. Vermutet wird, dass er sich ins Ausland abgesetzt haben könnte.

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Wie berichtet, hatte die Tochter der Frau am 21. November die Einsatzkräfte alarmiert, da der Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen war und sie die 60-Jährige nicht mehr erreichen konnte. Sie meldete die Frau als vermisst. An diesem Tag hielt die Polizei Nachschau an der Wohnadresse und auch im Keller der Frau. In der Wohnung wurden keine Kampfspuren oder Hinweise auf Gewaltanwendung entdeckt.

Abfragen und Ortungen ohne Ergebnis
Ermittlungen wurden eingeleitet, in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen sowie bei den Rettungsdiensten nachgefragt, doch ohne Ergebnis. Eine Handyortung verlief ergebnislos. Auch nach dem Pkw sei in der Wohnumgebung gesucht worden, ebenfalls ergebnislos. Eine Anfrage bezüglich der Ortung des Wagens sei im Gang gewesen, so Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber der APA.

Der Lebensgefährte der Frau, ein 64 Jahre alter Mann mit kanadischer und iranischer Staatsbürgerschaft, war ebenfalls nicht mehr zu erreichen.

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Die Leiche der Frau wurde bewusst so versteckt, dass man wirklich aktiv danach suchen musste. Man musste Reifen und Decken wegräumen, sie war sehr gut verborgen.

Polizeisprecher Markus Dittrich

Opfer wurde erstickt
Am Dienstag wurde die Wohnung sowie das Kellerabteil der 60-Jährigen erneut durchsucht, diesmal mit einem Spürhund. Dieser sollte die Ermittler dabei zur Leiche der Frau führen, die unter Hausrat lag. Für sie kam bereits jede Hilfe zu spät. Ein Fremdverschulden konnte nicht ausgeschlossen werden, eine Obduktion wurde angeordnet. Das Ergebnis am Mittwoch: Die 60-Jährige starb gewaltsam. „Tod durch Ersticken“, erklärte der Polizeisprecher. „Das heißt, ein Fremdverschulden liegt vor. Dementsprechend werden die Ermittlungen weitergeführt.“

„Die Leiche der Frau wurde bewusst so versteckt, dass man wirklich aktiv danach suchen musste. Man musste Reifen und Decken wegräumen, sie war sehr gut verborgen“, schilderte Dittrich. Ein Verwesungsgeruch sei nicht feststellbar gewesen. Wann genau die Frau gestorben ist, ist derzeit noch nicht bekannt. „Der genaue Todeszeitpunkt liegt mir nicht vor“, so der Polizeisprecher.

Auto des Verdächtigen am Flughafen entdeckt
Noch am Dienstag - nach dem Fund der Leiche - wurde eine Fahndung nach dem 64-Jährigen eingeleitet. Es wird vermutet, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat, sein Auto wurde am Flughafen gefunden. Laut der Tageszeitung entdeckten Freunde und Bekannte der Toten das Fahrzeug und meldeten es den Ermittlern. Bei der Staatsanwaltschaft hatte die Polizei eine Anordnung eingeholt, um die Konten des 64-Jährigen einsehen zu können.

Der 64-Jährige hatte sich ein einzelnes Flugticket in den Iran gekauft. „Es hat Reisedatenerfassungen gegeben und man hat feststellen können, dass er sich ein Ticket in den Iran gekauft hat und scheinbar die Reise angetreten hat“, bestätigte Polizeisprecher Dittrich.

In diesem Jahr sorgten bereits zahlreiche Tötungen von Frauen in Österreich - vor allem durch deren Lebensgefährten oder Ex-Partner - für Erschütterung. Bis Ende November wurden heuer inklusive des jüngsten Falls bereits 30 Frauen getötet.

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