28.11.2021 15:19 |

„Neue Ära beginnt“

Griechenland: EU spendierte neue Flüchtlingscamps

Griechenland hat zwei weitere „geschlossene“, „sichere“ und „menschenwürdige“ Flüchtlingslager eröffnet. „Eine neue Ära beginnt“, so Migrationsminister Notis Mitarachi anlässlich der Eröffnung der Einrichtungen auf den Inseln Leros und Kos: „Wir befreien unsere Inseln von dem Migrationsproblem und seinen Konsequenzen.“ Hilfsorganisationen sehen die neuen Flüchtlingslager kritisch, weil sie sehr abgelegen liegen und die Bewegungsfreiheit der Bewohner eingeschränkt wird.

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„Die Bilder, die wir von 2015 bis 2019 in Erinnerung haben, gehören nun der Vergangenheit an“, so der Minister. Griechenland mit seinen Ägäis-Inseln war 2015 Hauptanlaufstelle für mehr als eine Million Asylsuchende, die überwiegend aus Syrien, Irak und Afghanistan kamen. Von der Türkei setzten sie über nach Griechenland, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Die dortigen Flüchtlingslager waren völlig überfüllt und wegen ihrer Zustände berüchtigt.

Die neuen Flüchtlingslager sind mit Stacheldrahtzaun umgeben, mit Überwachungskameras und Röntgengeräten für Sicherheitskontrollen ausgestattet sowie mit magnetischen Türen und Toren, die nachts geschlossen bleiben. Im Gegensatz zu den früheren Flüchtlingslagern sind sie aber auch mit fließend Wasser, Toiletten und mehr Schutzvorkehrungen für die Bewohner ausgestattet.

EU steuerte für Bau 276 Millionen Euro bei
Ein erstes Lager dieser Art war im September eingeweiht worden (siehe Video unten), zwei weitere sollen auf den Inseln Lesbos und Chios eröffnet werden. Die Europäische Union hat 276 Millionen Euro für den Bau der neuen Flüchtlingslager beigesteuert.

Video: Flüchtlingscamp auf Samos mit „kontrolliertem Zugang“

„Heute schlägt die EU eine neue Seite in ihrer Migrationspolitik auf“, sagte EU-Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas. Europa werde weiterhin ein „Zufluchtsort sein für all diejenigen, die vor Diktatur, Krieg und Verfolgung fliehen und es ist in unserem Interesse, dass wir menschliche Bedingungen bereitstellen“.

Jüngsten UNO-Schätzungen zufolge halten sich derzeit rund 96.000 Flüchtlinge und Asylsuchende in Griechenland auf.

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