26.11.2021 13:45 |

Lukaschenko tönt:

„2000 Migranten für Deutschland kein Problem“

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko beharrt trotz einiger Abschiebeflüge in den Irak darauf, dass Deutschland Migranten aufnimmt, die an der EU-Außengrenze Polens gestrandet sind. „2000 Menschen - das ist kein großes Problem für Deutschland“, sagte Lukaschenko am Freitag während eines Besuchs am Grenzübergang Brusgi.

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„Die Kanzlerin ist damit einverstanden“, behauptete der 67-jährige Machthaber. Nach zwei Telefonaten zwischen den beiden hatte der Weißrusse bereits erklärt, es gäbe ein Einvernehmen mit Berlin über die Aufnahme eines Kontingents an Migranten. Dieser Darstellung widersprach aber Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Die Menschen in der Notunterkunft in einer Logistikhalle wollten nach Deutschland zu ihren Familien und Nächsten. „Nehmen Sie bitte diese Menschen bei sich auf. Das ist keine große Last“, sagte Lukaschenko am Freitag.

Die Telefongespräche mit Lukaschenko bereiten Merkel in den letzten Tagen ihrer Amtszeit Ärger ein. Nach Kritik aus Polen hat sich nun auch die designierte grüne Außenministerin Annalena Baerbock zu Wort gemeldet. In einem „Spiegel“-Interview, aus dem vorab einige Zitate veröffentlicht wurden, erklärt die Grünen-Chefin: „Es hätte nicht die Kanzlerin sein müssen, die bei Lukaschenko anruft.“ Eine „einfache Lösung“ in der Krise gebe es nicht, aber es sei wichtig, dass Polen und Deutschland „gemeinsam agieren“, fügt sie mit Blick auf die Kritik aus Osteuropa an den Telefonaten hinzu.

Hunderte Migranten in ihre Heimat zurückgeflogen
Seit Wochen versuchen Tausende Migranten, von Weißrussland über die EU-Außengrenzen nach Polen oder Litauen zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären Lukaschenko vor, er habe gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen lassen, um sie dann in die EU zu schleppen und dort die Lage zu destabilisieren. Auch am Donnerstag und Freitag entschieden sich einmal mehr Hunderte Menschen für eine Rückkehr in ihre Heimatländer, darunter Irak und Syrien. Wie der Airport in Minsk mitteilte, startete in der Nacht zum Freitag um 2.45 Uhr (Ortszeit) erneut eine Maschine nach Erbil im Irak.

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