Gleich zwei Einsätze

Medialer „Touren-Tipp“ stresst die Bergrettung

Ein Routen-Vorschlag in einer Gratis-Wochenzeitung lockte am Sonntag verstärkt Wanderer zum Schneiderberg nach Grünau. Allerdings verlief nicht jede Tour auch problemlos. Zweimal wurde die Bergrettung zu Hilfe gerufen. Einer der Einsätze - ein verirrtes Paar wurde gerettet - zog sich bis in die Dunkelheit hinein.

Der 1162 Meter hohe Schneiderberg in Grünau galt bis vor Kurzem noch eher als Geheimtipp. Durch die aktuelle Touren-Empfehlung einer Wochenzeitung rückte er nun kurzfristig aber in den Fokus von Wanderern. Die Bergrettung Grünau musste am Sonntag gleich zweimal dorthin ausrücken. „Beim ersten Einsatz hatte ein Wanderer einen Kollaps erlitten, das Ganze endete zum Glück glimpflich und konnte auch rasch beendet werden“, so Ortsstellenleiter Martin Trautmann.

Unmarkierte Route
Deutlich aufwändiger gestaltete sich die Bergung eines älteren Paares, das sich auf der unmarkierten Wanderroute verirrt hatte. Die 70-Jährige aus Marchtrenk und ihr 74-jähriger Begleiter aus Linz waren um 10.30 Uhr vom Parkplatz Seehof zum Schneiderberg aufgebrochen. Sie erreichten den Gipfel und stiegen dann gegen 13.45 Uhr in Richtung Almsee ab. Laut Polizei folgten sie einem Wildpfad und verstiegen sich im steilen, mit Latschen versetzten Gelände verstiegen derart, dass sie beim Abbruch zu einem Graben weder gefahrlos weiter vorwärts noch zurückkonnten.

Koordinaten übermittelt
Um 15.37 Uhr setzten sie einen Notruf ab. „Bei unserem Aufstieg ist es dunkel geworden. Das Paar konnte uns aber seine Standort-Koordinaten übermitteln“, erklärt Trautwein. 15 Bergretter und zwei Alpinpolizisten standen im Einsatz. Mit Lichtzeichen und Zurufen gelang es, sie zu erreichen. „Der Mann war bereits stark erschöpft. Wir haben eine Seilversicherung auf über 80 Meter Läünge eingerichtet und beide heil ins Tal gebracht.“

Von
Jürgen Pachner
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Montag, 06. Dezember 2021
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