16.11.2021 15:39 |

5-Stufen-Aktionsplan

Salzburg: Drittimpfung jetzt auch nach 4 Monaten

In Salzburgs Landeskliniken spitzt sich die Lage weiter zu: Eine Triage scheint unausweichlich, ein spezielles Team, das im Ernstfall entscheiden muss, wen man noch retten kann und wen nicht, wurde bereits zusammengestellt. In einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag wurde nun ein Fünf-Stufen-Aktionsplan präsentiert, um die Situation schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen. Darunter fällt auch, dass die Drittimpfung (Booster) bereits nach vier Monaten möglich sein wird.

„Wir sind in extrem herausfordernden Zeiten, die Situation ist besorgniserregend“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer zu Beginn der Pressekonferenz. Die Landeskliniken haben bereits eine Belastungsanzeige gemacht. Es gehe dabei darum, etwa Reha-Zentren zu schließen, um Betten für Covid-Patienten freizumachen.

Lage auf Intensivstationen

  • 31 von 51 Covid-Intensivbetten sind belegt.
  • Die übrigen 20 Betten sind NICHT frei, sondern werden derzeit von anderen Patienten belegt.
  • Die Mehrheit der Covid-Intensivpatienten ist ungeimpft und hat keine Vorerkrankungen.
  • Bei jenen Geimpften, die auf den Intensivstationen liegen, handelt es sich großteils um immunsupprimierte Personen.
  • Lediglich zwei der geimpften Intensivpatienten galten vor der Covid-Erkrankung als völlig gesund.


In der aktuellen Situation habe man nun zwei Hauptziele: Einerseits müsse der Betrieb in den Krankenanstalten aufrechterhalten bleiben, andererseits wolle man einen Lockdown für alle verhindern.

Zu diesem Zweck präsentierte Haslauer einen Aktionsplan, der folgende fünf Punkte umfasst:

  • Aufrechterhaltung des Impfschutzes für Geimpfte
    35 Prozent aller aktuellen Infektionen seien derzeit auf Impfdurchbrüche zurückzuführen. Zwei Drittel davon traten fünf bis sechs Monate nach der Impfung auf. Die dritte Impfung solle daher möglichst rasch erfolgen. In Salzburg wird die Auffrischungsimpfung daher nun bereits nach vier Monaten möglich sein.
  • Erhöhung der Impfbereitschaft für Ungeimpfte
    Impfstraßen sollen weiter aufgerüstet werden. Zudem wolle man Ungeimpfte aktiv anschreiben.
  • Entlastung von Spitalsbetten
    Um die Situation in den Landeskliniken möglichst schnell zu entlasten, sollen Covid-Transferstationen errichtet werden. Auf diese sollen Covid-Patienten verlegt werden, deren Zustand stabil ist, die aber immer noch infektiös sind.
  • Laborkapazitäten erweitern
    Die bisher erheblichen aufgetretenen Probleme bei der Auswertung von PCR-Tests sollen so rasch wie möglich bereinigt werden. Insbesondere solle die Dauer der Auswertung verkürzt werden.
  • Verbesserung des Contact Tracings
    Derzeit herrsche in Sachen Contact Tracing Land unter. Bei den Bezirkshauptmannschaften wurden 50 weitere Mitarbeiter eingestellt. Das Contact Tracing soll so stark verbessert werden.

„Ich hoffe, dass wir mit diesen Maßnahmen dafür sorgen, dass die Krankenanstalten behandlungsfähig bleiben“, so der Landeshauptmann.

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