Ein Jahr vor WM

Kritik an Katar: „Alte ausbeuterische Praktiken“

Ein Jahr vor Beginn der Fußball-WM in Katar sieht Amnesty International in dem Emirat noch immer weit verbreitete Verstöße gegen die Rechte von Arbeitsmigranten. Fortschritte infolge von Gesetzesreformen stagnierten, „alte ausbeuterische Praktiken“ gewännen wieder die Oberhand, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Katar setze Reformen nicht rigoros um, überwache ihre Umsetzung nicht und ziehe Verantwortliche für Verstöße nicht zur Rechenschaft. So seien Arbeitsmigranten weiterhin skrupellosen Arbeitgebern ausgeliefert.

Das Emirat hatte nach anhaltender internationaler Kritik eine Reihe von Reformen zugunsten der Arbeitsmigranten beschlossen. So baute Katar das Kafala-System ab. Dieses auch in anderen Ländern der Region verbreitete System bindet ausländische Arbeiter fest an einen einheimischen Bürgen wie einen Arbeitgeber. In Katar können Migranten nun laut Gesetz ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers ausreisen oder den Job wechseln. Zudem legte das Land einen Mindestlohn fest. Die UN-Arbeitsorganisation ILO sprach von einem „historischen Schritt“.

Amnesty beklagt jedoch zahlreiche ungeahndete Verstöße. Die Migranten seien trotz anderslautender Zusagen weiter an ihren Sponsor gebunden, heißt es. Die Menschenrechtsorganisation bemängelt außerdem, dass viele Todesfälle unter den Arbeitsmigranten ungeklärt blieben. Katar hat wiederholt Kritik an den Menschenrechten zurückgewiesen und auf die Reformen verwiesen. Die nächste Fußball-WM beginnt am 21. November 2022.

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Samstag, 04. Dezember 2021
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