31.10.2021 09:07 |

Minister mit Einladung

Entwurmungsmittel: Kickl will mit Mückstein reden

Als „definitiv gefährlich“ bezeichnet Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Aussagen von FPÖ-Chef Herbert Kickl, die sich rund um das Entwurmungsmittel Ivermectin drehen. Kickl hat es nämlich unlängst als wirksame Arznei im Falle einer Covid-19-Erkrankung gepriesen. Nun will Mückstein Kontakt mit dem Parteiobmann aufnehmen und mit ihm über seine „brandgefährlichen“ Aussagen sprechen. Kickl selbst zeigt sich erfreut über das Gesprächsangebot.

„Es würde mich sehr freuen, auch dem Gesundheitsminister erklären zu können, wie brandgefährlich seine 2,5G-Regel am Arbeitsplatz und der damit verbundene Psycho-Terror gegen Hunderttausende Menschen sind - und das alles, um noch mehr Menschen eine, wie sich immer deutlicher zeigt, ziemlich unwirksame Impfung aufzuzwingen“, reagierte Kickl am Samstag auf das Angebot, welches der grüne Minister im Ö1-„Mittagsjournal“ unterbreitet hatte.

Kickl: „Medikamente, die großes Potenzial haben“
Neben den Versäumnissen in der Gesundheitspolitik und der „immensen Panikmache“ möchte Kickl auch gerne auch über „eine Vielzahl von Medikamenten, die ein großes Potenzial haben“ reden. Damit sprach der blaue Politiker indirekt auch Ivermectin an. „Wenn man sie richtig anwendet, muss man nicht die gesamte Bevölkerung in die Nadel treiben. Damit können schwere Verläufe ebenso verhindert werden wie eine Erhöhung der Mortalität oder eine Überlastung des Gesundheitssystems“, betonte der FPÖ-Obmann.

Der Hintergrund: In sozialen Medien wird behauptet, dass das Medikament auch gegen Covid-19 hilft, nachdem eine kleine Pilotstudie gezeigt hat, dass eine frühe Gabe des Mittels die Viruslast und die Dauer der Symptome bei einigen Patienten reduzieren konnte. Vor allem in Teilen Lateinamerikas kauften die Menschen nach Berichten über angebliche Erfolge bei der Behandlung von Covid-19 mit Ivermectin die Regale leer - doch eine klinische Studie ergab kürzlich keine Wirksamkeit gegen den Erreger SARS-CoV-2.

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation sowie europäische und US-amerikanische Aufsichtsbehörden vom Einsatz des Wurmmittels bei Covid-19-Patienten abgeraten haben, wird es in einigen Ländern, darunter Indien, zur Behandlung der Krankheit eingesetzt.

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