31.10.2021 12:00 |

Nicht alleine trauern

„Nur da zu sein reicht oft schon“

Wenn es um den Tod von Angehörigen geht, sind viele Menschen komplett auf sich allein gestellt. Das kann für Betroffene über Monate oder gar Jahre zur Qual werden. Was ist, wenn Familie oder Freunde nicht mehr helfen können? Im Pongau gibt es nun eine Trauergruppe für Menschen in dieser Lebenslage.

„Trost und Trauer müssen heute schnell gehen. Nur das geht nicht“, erklärt Anja Toferer. Auch die Zeit heile definitiv nicht alle Wunden – „Das sagt man oft nur, wenn man nicht weiß, was man überhaupt sagen soll“, fügt die Trauerbegleiterin hinzu. Seit Oktober leitet sie mit Wolfgang Popp eine offene Trauergruppe im Pongau. Die zweifache Mutter aus Hüttschlag hat selbst in ihrer Jugend eine Schwester bei einem Autounfall verloren. Sie weiß, wie es ist, wenn einem plötzlich ein Mensch genommen wird. Gemeinsam mit dem ehemaligen Volksschuldirektor Popp ist sie für die Trauer der Anderen da.

Menschen aus allen Schichten und jeden Alters können bei ihnen ab sofort einmal im Monat zusammenkommen. Und  vom Tod und vom Sterben in ihrem Leben erzählen. Vom kürzlich verunglückten Freund bis zum Tod eines Geliebten vor über acht Jahren ist alles dabei. „Bei uns müssen Menschen nicht funktionieren. Sie dürfen ihre Trauer zeigen“, sagt Toferer. Trauer sei sehr individuell und in der Gruppe oft sogar leichter zu zeigen. Wichtig sei ihnen jedenfalls immer, keine Tipps oder Ratschläge zu verteilen. „Das Ziel soll sein, dass Menschen wieder ins Leben finden. Da reicht oft einfach nur für sie da zu sein schon aus.“

Maximilian Kronberger
Maximilian Kronberger
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