15.10.2021 08:30 |

Rote Ampel

Land denkt laut an Verschärfungen

Die Infektionszahlen galoppieren davon, die Impfquote stagniert und wieder leuchtet die Corona-Ampel rot. Diesmal will das Land reagieren. Die Frage ist nur: Wann und wie?

Ausgerechnet der Tennengau – das mittlerweile schwarze Corona-Schaf der Salzburger Bezirke – weist mit Donnerstag eine Inzidenz von mehr als 400 auf. Nicht viel besser stehen der Flachgau und die Stadt Salzburg da – einzig Innergebirg halten sich die Zahlen noch im Rahmen. Fakt ist aber: Salzburg hat wieder die höchste Inzidenz aller Bundesländer, der Tennengau hat sogar von allen Bezirken in Österreich den höchsten Wert. Logische Folge: Seit Donnerstagabend leuchtet die Corona-Ampel wieder rot, Salzburg ist also wieder Höchstrisiko-Zone.

Jetzt stellt sich die Frage nach Maßnahmen oder Verschärfungen. Der ÖVP-Gesundheitsreferent Christian Stöckl betont gegenüber der „Krone“: „Wir werden sicherlich reagieren müssen.“ Im Raum stehen erneut Ausgangsbeschränkungen, beispielsweise, so Stöckl, für „Gemeinden, wo die Durchimpfungsrate niedrig“ ist. Oder eine Ausweitung der FFP2-Regeln. „Beispielsweise für den gesamten Handel“, sagt Stöckl. Man habe sich jedenfalls entsprechende Maßnahmen überlegt. Die Frage ist höchstens, wann sie umgesetzt werden.

Auch Greil ist für die FFP2-Verschärfung
Das große Problem sind aber nicht die vielen Corona-Infizierten auf den Intensivstationen, vielmehr ist es die Kombination mit Betten-Mangel und Pflege-Notstand, erklärt Richard Greil, Primar am Uniklinikum Salzburg: „Wir stehen fast täglich an der 100-Prozent-Grenze.“ Das Spital müsse aufgrund der Betten-Knappheit Patienten so schnell wie möglich transferieren oder – wenn es der Gesundheitszustand erlaubt – früher entlassen. Laut Greil habe die Belastung deutlich zugenommen, im Gegensatz zu früher seien zurzeit „viele Betten gesperrt“. Es fehlen einfach auch die nötigen Pfleger.

Pflege-Mangel wirkt sich gravierend aus
„Wir brauchen mehr“, findet auch Stöckl, obwohl er auch betont, dass der „Zulauf immer weiter steigt“. Fakt ist aber: Die Ausbildung dauert mehrere Jahre – zu lange für die jetzige Krise.

Seit Sonntag steige die Anzahl der Corona-Patienten kontinuierlich: Wurden Sonntag zwei Patienten aufgenommen, waren es am Mittwoch bereits fünf. Was tun? Greil, bekanntlich ein Verfechter scharfer Maßnahmen, findet: „Die FFP2-Regel muss strenger gemacht werden. Das rate ich jedem.“ Und Greil sagt auch: „Es braucht mehr Dynamik bei der Impfung.“ Besonders problematisch sei die hörbare Skepsis von Geimpften zum dritten Stich.

Antonio Lovric
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Marie Schulz
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