Verbal-Scharmützel

Hamilton vs. Red Bull: Horner schlägt zurück

Sport
25.03.2011 12:00
Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing, hat auf Lewis Hamiltons herablassende Aussage, wonach der Weltmeister-Rennstall lediglich ein Getränkehersteller sei, reagiert. "Dafür haben wir aber in kurzer Zeit sehr viel erreicht", meldete sich der Engländer am Freitag in Melbourne zu Wort. "Immerhin haben wir als Getränkehersteller ein technisches Unternehmen mit Mitteln geschlagen, über die McLaren schon seit Jahren verfügt", erklärte Horner.

Auch der australische Red-Bull-Pilot Mark Weber hatte zuvor auf die Aussage des englischen McLaren-Fahrers ironisch-kritisch reagiert. Dabei wird Hamilton immer öfter sogar als kommender Red-Bull-Fahrer gehandelt, sollte Webber nach diesem Jahr tatsächlich aufhören oder Weltmeister Sebastian Vettel doch früher aus seinem bis 2014 laufenden Vertrag aussteigen. Wegen der vielen Gerüchte hatte Hamilton erst kürzlich seinem Teamchef Martin Whitmarsh versichert, derzeit keine Wechselgedanken zu haben.

"Wir sind viel mehr als nur ein Getränkehersteller. Unabhängig davon geht es ausschließlich darum, was auf der Rennstrecke passiert", meinte Horner jedenfalls in Melbourne und führte weiter aus: "Red Bull Racing ist Teil von Red Bull und das ist ein weltweites Unternehmen. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 15 GP-Rennen sowie den Konstrukteurs- und Fahrertitel gewonnen. So etwas in einer derart kurzen Zeit zu erreichen, ist ziemlich einzigartig."

Marko fand eigene Box nicht
Aus der Diskussion herausgehalten hat sich vorerst Red Bulls Motorsport-Direktor Helmut Marko. Der Österreicher hatte vielmehr Probleme, die nun ganz vorne liegende, eigene Box zu finden. "Ich bin vorbeigelaufen, weil ich es gewohnt war, etwas weiter hinten zu stehen", scherzte der Grazer. Dass man als Weltmeister nun auch in der Boxengasse ganze vorne stehe, sei eine tolle Bestätigung der Leistung des Vorjahres. "Es ist aber auch Verpflichtung, auf diesem Niveau weiterzumachen und den Titel zu verteidigen. Das ist fast mehr Druck als Genugtuung", sagte Marko.

Bei Red Bull wird man auch 2011 der Praxis mit zwei gleichberechtigten Fahrern treu bleiben. Der Titelgewinn 2010 im letzten Rennen sei durchaus auch auf diese Strategie zurückzuführen gewesen, ist Marko überzeugt. "Wir hatten noch zwei Fahrer im Rennen um den Titel. Dadurch war Ferrari gezwungen zu reagieren. Sie haben auf Webber gesetzt und damit das Falsche gemacht."

Dessen ungeachtet ist Fernando Alonso für Marko auch 2011 wieder der stärkste Konkurrent. Hinsichtlich der Reifen wisse man hingegen nach wie vor wenig über die Haltbarkeit. "Klar ist aber, dass eine zu harte Beanspruchung praktisch einen unmittelbaren Boxenstopp zur Folge hat."

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