Katalysatoren:

Linzer Verfahren zur CO2-Umwandlung ausgezeichnet

„Alkohol ist gut fürs Klima“, steht auf der Broschüre, die einem Wolfgang Schöfberger zur Begrüßung in die Hand drückt. Der Professor an der Johannes-Kepler-Uni in Linz entwickelte Katalysatoren, die Kohlendioxid in Methanol, Ethanol oder Ameisensäure umwandeln. Zuletzt gab’s dafür den Landespreis für Innovation.

Wer über den Klimawandel spricht, kommt an CO2 nicht vorbei. Kohlendioxid hat einen Anteil daran, dass die Temperaturen steigen, immer mehr wird davon produziert. Schon im Jahr 2015 hat Wolfgang Schöfberger einen ersten Forschungsantrag geschrieben, drei Jahre später lagen dann die ersten Daten für das Verfahren vor, das der Professor der Kepler-Uni mit seinem Team am Institut für Organische Chemie entwickelt hatte. Katalysatoren in Form von Kohlenstoff-Papier-Elektroden sorgen dafür, dass Kohlendioxid in Methanol, Ethanol oder Ameisensäure umgewandelt werden kann. Für die Rückgewinnung von Rauchgas bedeutet das ein gewaltiges Potenzial.

Im TNF-Turm
Im fünften Stock des TNF-Turms hat das „Schoefberger Lab“ seine Teststation errichtet, an der die Katalysatoren auf dem Prüfstand stehen. „Sicherheit ist bei uns sehr wichtig“, erzählt Schöfberger, während Mitarbeiter He Sun, ein Forschungsexperte für Elektrochemie, die Werte am Laptop überprüft. Ein CO2-Messgerät kontrolliert ununterbrochen die Luft, das Schutzfenster wird nur für kurze Zeit geöffnet.

Großes Interesse
Gasförmige Proben werden im Chromotographen ausgewertet, flüssige bei einer sogenannten NMR-Spektroskopie, bei der ein Magnetfeld mit 15 Tesla wirkt. Die gewonnenen Alkohole können zur Herstellung von Chemikalien verwendet werden. Das Interesse an der Innovation, die zuletzt mit dem Landespreis ausgezeichnet wurde, ist groß – vor allem aus der Zementindustrie.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Dienstag, 28. September 2021
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