Sie leben seit März 2020 in Isolation, ihre OPs wurden verschoben, ihre Ängste wurden größer, trotzdem haben Krebspatienten nie öffentlich geklagt. Jetzt ist ihre Verzweiflung aufgrund der vielen Ungeimpften aber so groß, dass sie sich zu Wort melden: „Bitte lasst euch impfen! Wir brauchen euren Schutz!“, appellieren sie.
Immer mehr Patienten wenden sich verzweifelt an die Österreichische Krebshilfe, weil sich so viele Menschen nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Andrea Pape hatte Brustkrebs. Ihre Mutter ist ebenso an Krebs erkrankt. „Ich erlebe die Einschränkungen für Krebspatienten täglich“, sagt die Wienerin, die auch eine Patientengruppe leitet.
Die 45-Jährige ist eine von vielen Krebspatienten, die Ungeimpfte jetzt bitten, sich das schützende Jaukerl zu holen.
„Unverständnis und Enttäuschung“
„Nach Einführung der Impfung hofften viele Patientinnen und Patienten, dass es ihnen - bei entsprechender Durchimpfungsrate - wieder möglich sein wird, am Leben teilnehmen zu können. Dass sich so viele Menschen nicht impfen lassen, erfüllt sie mit Unverständnis und Enttäuschung“, erklärt Krebshilfe-Beraterin Monika Hartl.
Sich impfen zu lassen dient nicht nur dem eigenen Schutz, sondern ist auch ein Akt der Solidarität, der selbstverständlich sein sollte.
Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda
Krebspatienten selbst haben aufgrund der Erkrankung und Therapien trotz Vollimmunisierung einen reduzierten Impfschutz und ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda mahnt: „Sich impfen zu lassen dient nicht nur dem eigenen Schutz, sondern ist auch ein Akt der Solidarität, der selbstverständlich sein sollte.“
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