25.08.2021 06:00 |

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CO2-Steuer: „Das Geld muss zurückfließen“

Der Klimawandel macht eine CO2-Abgabe unumgänglich. Mit Jänner wird sie Realität. Die Regierung verrät noch nichts Konkretes. Die Menschen stellen sich jedoch bange Fragen. Wie stark wird uns diese neue Steuer belasten? Wirtschaftsexperten entwickelten Modelle und geben Antworten.

Fossile Brennstoffe sind das Blut, das durch die Adern unseres Wirtschaftskreislaufs fließt. Ein Bild, gezeichnet vom Ökonomen Joel Tölgyes. Es soll bald im Museum hängen. Der Experte vom Momentum Institut beschäftigt sich unter anderem mit sinnvoller Umsetzung einer CO2-Steuer.

CO2-Steuer: Soziale Schieflage verhindern
„Die soll dort ansetzen, wo Bequemlichkeit oder Ignoranz zu Emissionen führen.“ Wenn es aber um Menschen geht, die sich das Heizen nicht mehr leisten können oder viel mit dem Auto fahren müssen, dann führe die CO2-Steuer zu sozialen Schieflagen. „Es muss also sozial treffsichere Rückzahlungen geben.“ Tölgyes rechnet mit einer Variante wie in Deutschland, wo es seit 2020 eine CO2-Abgabe gibt. Bepreisung von 30 bis 50 Euro pro Tonne.

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Die Belastungen hängen weniger von der Höhe der Steuer ab, sondern was damit passiert. Es braucht Rückzahlungen. Vor allem für die, die wenig verdienen.

Ökonom Joel Tölgyes, Momentum Institut

Menschen am Land wird es härter treffen
Jährlich gibt es Steigerungen. „Benzin und Diesel würden um sieben bis 15 Cent pro Liter teurer. Das würde den Durchschnittshaushalt 140 bis 230 Euro pro Jahr kosten.“ Doch Menschen in ländlichen Regionen, wo Öffis nicht gut ausgebaut sind oder wenig verdienen, werde es härter treffen. Greenpeace fordert schon sofort 150 Euro pro Tonne. Tölgyes: „Die Höhe der Steuer ist nicht so relevant. Wichtig ist, was mit dem Geld passiert und dass es Rückverteilungen gibt."

Das heißt: Boni für stark Betroffene. Der Ökonom und sein Team erstellen gerade ein Modell: Es brauche einen Härtefallfonds und einen einkommensabhängigen Ökobonus. „Bei zielgerichteten Rückzahlungen bleibt im untersten Einkommenssegment 84 Prozent mehr Geld als vor der CO2-Abgabe.“

Angst vorm Versickern
Beim Thinktank Agenda Austria denkt man an Pauschalrückzahlung. „Dann kann man die tendenziell regressive Steuer wettmachen. 2024 bekäme jede Person rund 600 Euro zurück“, sagt Expertin Heike Lehner. Sie ist mit ihrem Kollegen Joel Tölgyes klar einer Meinung: „Keinesfalls dürfen diese Steuern im Budget versickern. Das Geld muss an die Menschen und die Unternehmen zurückfließen.“

Erich Vogl
Erich Vogl
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