17.08.2021 20:31 |

Kein Grundgehalt mehr

Piloten stundenweise bezahlt: Aufschrei bei Lauda

Die Gewerkschaft vida kritisiert die neuen Piloten-Arbeitsverträge bei der Ryanair-Tochter Lauda Europe (vormals Laudamotion). Piloten hätten sich „aufgrund ihrer nochmals verschärften prekären Arbeitsbedingungen“ an die Gewerkschaft gewandt. In den Verträgen sei kein Grundgehalt mehr vorgesehen, nur noch eine Bezahlung von 40 Euro brutto für jede tatsächlich geleistete Flugstunde, hieß es am Dienstag von der Gewerkschaft.

„Vorher hätten die Piloten zumindest noch 40 Flugstunden als monatliches Grundgehalt ausbezahlt bekommen - wenn auch ohne vertraglichen Rechtsanspruch - und so zumindest auf ein Basiseinkommen von 1600 Euro brutto im Monat hoffen können“, so die Gewerkschaft.

Holprige Übernahme
Die irische Billig-Airline Ryanair hatte die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion 2018 zur Gänze von Niki Lauda übernommen, das Geschäft ging im Herbst 2020 aber auf die in Malta neu gegründete Lauda Europe über. Im Juli hatte die Gewerkschaft Angstmache gegenüber Mitarbeitern bei Lauda verurteilt. Medien berichteten damals über einen „harschen Ton“ seitens der Ryanair-Führung gegenüber der Wiener Tochter Lauda wegen schwacher Bordverkäufe.

Gewerkschaft fordert Maßnahmen gegen Luftfahrt-Sozialdumping
Der Vorsitzende des vida-Fachbereichs Luftfahrt, Daniel Liebhart, forderte Maßnahmen der Regierung gegen Sozialdumping in der Branche. Durch die Beschäftigungspolitik von Lauda werde „ein Dumpingwettbewerb erzeugt, wodurch mittelfristig jedes Unternehmen zu derartig fragwürdigen Praktiken greifen wird, um im harten Preiskampf bestehen zu können“. Liebhart appellierte an die Wirtschaftskammer, mit einem Branchen-Kollektivvertrag gegen Sozialdumping vorzugehen. „Sonst wird es auch in Zukunft Pilotinnen und Piloten mit Dienstort Flughafen Wien und befristeten, prekären maltesischen oder ähnlichen Dienstverträgen in Österreich geben und es kann weiter auf Kosten der Beschäftigten billig geflogen werden.“

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