Die Tierheime platzen nicht nur in Österreich aus allen Nähten, in fast allen Ländern werden viele der im Lockdown zum Zeitvertreib angeschafften Vierbeiner wieder abgegeben. Hunde können durch die Umstellung und das stressige Leben im Heim Verhaltensstörungen entwickeln und gelten danach als „unvermittelbar“. Gegen dieses traurige Schicksal versuchen Sarah Fink und ihr Mann engagiert anzukämpfen und arbeiten ehrenamtlich mit „Problemhunden“.
Helfende Hände
Durch Zufall wurden die beiden auf das Tierheim „Udruga Fido“ im kroatischen Pula aufmerksam. Die hauptberufliche Tiertrainerin Sarah Fink befasst sich schon seit langem mit sogenannten Problemhunden und sah vor Ort die Notwendigkeit den Tieren zu helfen. Die Pfleger waren mit den stark traumatisierten Hunden allein zahlenmäßig schon überfordert und nahmen das Angebot gerne an. Die Österreicherin blieb drei Wochen und arbeitete auf eigene Kosten mit den Vierbeinern und auch deren Bezugspersonen im Heim. Innerhalb dieser kurzen Zeit gelang es vier Hunde soweit zu trainieren, dass sie an neue Plätze vermittelt werden konnten.
Durch die Zwingerhaltung entstehen schwere Verhaltensstörungen und Stereotypien. Das zeigt sich dann von Apathie bis zu Aggresivität. Mit dem richtigen Training kann ich hier Abhilfe schaffen.
Sarah Fink, Tiertrainerin für Problemhunde
Happy End für "Fluffy“
Einer der Hunde ist vorübergehend sogar zu Sarah Fink und ihrem Mann gezogen. „Fluffy“ der schwarze Schäferhund lebte auf der Straße, ehe er nach Udruga Fido gebracht wurde. Dort fing er aus Stress an, sich selbst zu attackieren und fügte sich schwere Bisswunden zu. Sogar die Amputation des Schwanzes - er hatte ihn fast bis auf die Knochen abgenagt - stand im Raum. Dank intensiver Arbeit mit ihm konnte er dieses Verhalten ablegen und lebte sogar problemlos im Appartement seiner Trainerin.
Unendlich viel zu tun
„Fluffys“ Geschichte ist nur ein Einzelschicksal. Wieviele Hunde in den Heimen ein trauriges und verängstiges Dasein führen, kann nur vage vermutet werden. Sarah Fink und ihr Mann möchten hier so viel wie möglich bewirken und sie planen schon ihre nächste „Trainingstour“ - wahrscheinlich in ein spanisches Tierheim, wo sie wieder ehrenamtlich mit den Hunden arbeiten und die Helfer vor Ort im richtigen Umgang mit Problemhunden schulen.
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