11.08.2021 10:00 |

Belohnung für Hinweise

Tirol: Wilderei „aus purer Lust am Töten“

Zum zweiten Mal hat im Tiroler Terfens (Bezirk Schwaz) ein übler Wilderer zugeschlagen: Mit einem großkalibrigen Gewehr wurde die zweite Rehgeiß binnen weniger Monate geschossen. Der Täter ließ die Tiere am Wegrand einfach verenden. Der Aufsichtsjäger spricht von einer „unsäglichen Tierquälerei“ und setzt eine Belohnung für Hinweise aus.

Anfang Mai fanden Passanten in einem Feld westlich von Vomperbach eine verendete Rehgeiß, die deutliche Schussverletzungen aufwies. „Das Tier wurde mit einem großkalibrigen Geschoss angeschossen, aber nicht so, dass es tödlich gewesen wäre“, sagt der zuständige Aufsichtsjäger zur „Krone“, „die Rehgeiß ist an den Verletzungen elendig zugrunde gegangen. Der Schütze ließ es einfach liegen. Das ist massivste Tierquälerei aus purer Lust am Töten“, ärgert sich der Weidmann.

Kitze warten umsonst auf Mutter
Und besonders dramatisch: Das weibliche, etwa ein Jahr alte Jungtier könnte Kitze gehabt haben, die zwar im Mai/Juni auf die Welt gekommen sind, aber immer noch auf die Mutter angewiesen sind. „Ohne sie gehen auch die Kitze zugrunde oder werden vom Fuchs gefressen“, schildert der Weidmann ihr Schicksal.

Tiere mit Scheinwerfer geblendet
Am Wochenende hat möglicherweise derselbe Täter wieder erbarmungslos zugeschlagen. Erneut war eine Rehgeiß das Opfer. „Diesmal war der Treffer tödlich“, sagt der Fachmann. Wieder wurde das Tier einfach liegen gelassen, Passanten fanden es tags darauf fünf Meter neben einer Straße in Terfens Schlöglsbach. Der Jäger hat Anzeige bei der Polizei erstattet, macht sich aber nicht viel Hoffnung: Es sei fast unmöglich, derartige Schützen zu erwischen, die in der Dämmerung beziehungsweise in der Nacht tätig werden und mit Scheinwerfern Wildtiere blenden: „Dann wird vom Auto aus auf alles geschossen, was neben der Straße stehen bleibt.“

Belohnung für Zeugenhinweise
Deshalb bittet der Jäger die Bevölkerung, Augen und Ohren offenzuhalten – speziell bei Autos, die in Felder leuchten. Für Hinweise wird eine „angemessene Belohnung“ ausgesetzt.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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