30.07.2021 12:23 |

Nach Zitterpartie

Donaulimes schaffte es auf UNESCO-Welterbeliste

Österreichs Liste der UNESCO-Weltkulturerbstätten ist am Freitag um einen Eintrag länger geworden. Der gemeinsame Antrag Österreichs, Deutschlands und der Slowakei auf Aufnahme des Donaulimes ist bei der 44. Sitzung des zuständigen Komitees im chinesischen Fuzhou angenommen worden. Der österreichische Limes-Abschnitt über 357,5 Stromkilometer liegt in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien.

Der Limes als einstige Grenze des Römischen Reiches erstreckte sich von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Die UNESCO strebt die vollständige transnationale Einschreibung der 6000 Kilometer langen „Grenzen des Römischen Reiches“ an. Die Befestigungsanlagen entlang der Donau bilden nach dem bereits ausgezeichneten Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien (1987/2008) sowie dem Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland (2005) den dritten Teilabschnitt dieses Großprojekts.

Bedeutende archäologische Fundstätten
Österreich ist mit 22 Stätten in diesem jüngsten Welterbe vertreten. Bei diesen Teilkomponenten in Wien, Ober- und Niederösterreich handelt es sich um unterschiedlichste bedeutende archäologische Fundstätten, die bis heute den Verlauf der antiken Grenzbefestigung mit Kastellen, Wachtürmen und den dazugehörigen zivilen Siedlungen und Verkehrswegen bezeugen. Neben prominent erhaltenen Baudenkmälern, wie etwa dem Heidentor von Carnuntum und nach wie vor sichtbaren Überresten von Befestigungsanlagen, etwa in Tulln, Zeiselmauer oder Traismauer, sind auch im Erdreich verborgene Bodendenkmäler Teil der Welterbestätte.

„Dass der westliche Teil des Donaulimes mit seinen Abschnitten in Deutschland, Österreich und der Slowakei nun eingeschrieben werden konnte, ist die Anerkennung jahrelanger intensiver Vorarbeiten und gleichzeitig Auftrag für den umfassenden Schutz für kommende Generationen“, freute sich Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission. „Dieses besondere Welterbe macht unsere gemeinsamen Wurzeln, nicht nur in Europa, sondern über den gesamten Mittelmeerraum hinaus, deutlich sichtbar. Dem reichhaltigen antiken Erbe, das uns verbindet, wird mit dieser Eintragung nun jene Bedeutung zugesprochen, die es verdient.“

Absprung Ungarns gefährdete Eintragung
Die Eintragung wäre beinahe gescheitert, nachdem sich Ungarn vom Antrag zurückgezogen hatte. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) wies in der Debatte darauf hin, dass ohne Ungarn rund 400 Kilometer und damit mehr als die Hälfte der Grenze aus dem Antrag herausgenommen worden seien. Unter den Mitgliedsländern herrschte Uneinigkeit, ob die übrigen Teile des Donaulimes dennoch ohne weitere Evaluierung in die Welterbeliste aufgenommen werden sollten. Nach mehrtägiger Debatte und einer geheimen Abstimmung erfolgte nun die Eintragung.

Bereits vor Tagen hatte es die Stadt Baden ebenfalls zur UNESCO-Welterbe-Auszeichnung geschafft. Die einzigartige Bäder- und Kurtradition, die bemerkenswerte Kulturgeschichte sowie das außergewöhnliche Stadt- und Landschaftsbild waren Grund für die Aufnahme Badens in die Gruppe der ausgewählten Kurstädte.

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