Neue Brunnen & Co.
China bekämpft Rekord-Dürre mit Milliarde US-Dollar
Mindestens 6,7 Milliarden Yuan, rund 740 Millionen Euro, sollen ausgeben werden, um unter anderem Wasser in betroffene Regionen umzuleiten, neue Brunnen zu bohren und Bewässerungsanlagen zu bauen, wie amtliche Medien berichteten. Getreideproduzenten sollen höhere Preise bezahlt bekommen, um Ernteausfälle auszugleichen. Die Dürre betrifft acht Provinzen, in denen sonst 80 Prozent des Winterweizens angebaut werden.
Selbst Wolken zu "impfen" half nichts
Um die Schneefälle in Peking zu verstärken, feuerten Meteorologen 759 Raketen mit Silberjodid in die Wolken. Es waren die ersten Niederschläge in der Hauptstadt seit 108 Tagen und der späteste Schneefall in einem Winter seit sechs Jahrzehnten. "Da die Niederschläge nur gering sind, werden sie die Dürre nur wenig mildern", sagte Song Jisong vom städtischen Wetteramt.
Auch in den Provinzen Shandong, Henan, Jiangsu und Anhui wurden Wolken geimpft. In Henan gelang die Aktion, sodass es in der Provinz die ersten Niederschläge seit 116 Tagen gab. In der Kornkammer der schwer betroffenen Provinz Shandong war allerdings kein Regen in Sicht.
FAO warnte vor dramatischer Lage
Bereits am Mittwoch warnte die Landwirtschaftsorganisation der UNO, die FAO, vor den dramatischen Auswirkungen der langen Jahrhundertdürre in China, wie der "Spiegel" berichtete. Die Ernteausfälle könnten zu einer Lebensmittelkrise führen und gefährden den Winterweizen, der normalerweise im Juni geerntet werden würde. Zudem bringe die derzeitige Situation einen enormen Preisanstieg mit sich.
Rekordpreise für Weizen
Der Weizenpreis an der Wiener Getreidebörse hat am Mittwoch die 300-Euro-Marke durchbrochen und markiert damit ein neues Rekordhoch seit dem EU-Beitritt im Jahr 1995. Die Börse gilt als maßgeblich für das Getreide-Preisniveau in Österreich. Die Preise für Premiumweizen wurden mit 307 bis 315 Euro pro Tonne und für inländischen Qualitätsweizen mit 298 bis 304 Euro pro Tonne festgesetzt. Eine Tonne Mahlweizen notierte bei 289 bis 293 Euro. Seit August ist der Weizenpreis an der Wiener Getreidebörse damit um rund 65 Prozent gestiegen.
Der Anstieg der Weizenpreise hat national und international viele Faktoren: Die Dürre in Russland und China, die Flut in Australien sowie die extreme Kälte im US-Hauptanbaugebiet haben die Weizenpreise international in die Höhe schnellen lassen. Weiters ist das Weizenangebot aus der Ernte 2010 knapp.











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