01.07.2021 01:15 |

Preise gestiegen

Feiern bei uns jetzt teurer, aber „viel sicherer“

Die Preise in Österreichs Lokalen und Hotels waren im Mai um 4,4 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Laut dem EU-Statistikamt Eurostat gibt es in fast keinem EU-Staat so starke Preissteigerungen nach den Corona-Lockdowns wie bei uns. Gegen Vorwürfe der Arbeiterkammer, die Gastro agiere unverhältnismäßig und bereichere sich mit Förderungen, wehren sich die Wirte, an vorderster Front Wirtesprecher Mario Pulker. Die höheren Preise liegen an den stetig steigenden Kosten. Was die Befürchtungen angesichts der weiteren Öffnungen angeht, ist Pulker der Meinung, dass die Nachtgastronomie „nicht das Problem, sondern die Lösung“ sei.

Was die Preissteigerungen angeht, so will die Arbeiterkammer dem nun nachgehen, äußerte am Mittwoch aber einen Verdacht: Möglicherweise habe man angenommen, dass sich die Kunden nicht mehr so genau an die Preise vor den Schließungen erinnern könnten, so Reinhold Russinger. „Auch zur Jahreswende“ habe man „immer wieder“ den Fall gehabt, dass es „urplötzlich einen nicht immer erklärbaren Preisauftrieb“ gegeben habe, sagte der AK-Statistiker gegenüber dem ORF.

Wirtesprecher Pulker zeigte sich erbost über den Vorwurf: Die Arbeiterkammer könne nicht auf der einen Seite immer höhere Löhne fordern und andererseits die Betriebe dafür kritisieren, mehr Geld einnehmen zu wollen. In der „ZiB 2“ bei Armin Wolf legte Pulker dann nach: Man müsse „schon die Realität bewahren“. Er würde auch nicht sagen, dass die Betriebe „Unmengen an Förderungen“ bezogen hätten, dies sei alles gerechtfertigt gewesen.

Nur bei uns „eine solch hohe Qualität zu diesen günstigen Preisen“
Zudem habe keiner in der vergangenen Wintersaison in der Hotellerie „irgendwo Geld verdient“, so der Obmann Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer. Zwar sei es richtig, dass es nirgendwo sonst so hohe Förderungen für die Wirtschaft ausgeschüttet habe, doch bei der Preisstruktur sei Österreich im Vergleich „ganz weit hinten, wir sind die Branche mit den niedrigsten Deckungsbeiträgen und die Branche, die am wenigsten Rücklagen hat“. Nur in Österreich könne man eine solch hohe Qualität zu diesen günstigen Preisen genießen.

Pulker hoffe auch sehr darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung auch für das nächste Jahr gelten werde - vor allem für die Betreibe am Land. Denn: „Stirbt der Wirt, stirbt das Dorf.“ Wird die Senkung nicht beibehalten, werde man sehen müssen, wie es sich je nach Betrieb ausgehen wird, wie man kostendeckend arbeiten könne.

Die laut Ärztekammer „alarmierend sorglos“ nicht stattfindenden Kontrollen der 3-G-Regeln in den Betrieben stellte Pulker in Abrede. Es könne aber sein, dass in manchen Betrieben aufgrund der Hektik und aus Personalmangel „vergessen“ worden sei, „hier den einen oder anderen Gast zu fragen, ob er getestet oder geimpft ist oder genesen ist“. Was die schärferen Regeln angeht, die Wien andenkt, so spreche er sich gegen „Insellösungen“ aus, denn die Gäste würden dann in andere Bundesländer ausweichen.

Pulker: „Schon viel früher ein sichereres Feiern ermöglicht“
Die Sorgen vor dem Öffnen der Nachtgastronomie könne er nicht teilen, denn die Nachtgastronomie sei „nicht das Problem, sondern die Lösung“. Denn hätte man die Diskotheken und Clubs schon früher geöffnet, hätte man durch die dadurch stattgefundenen Kontrollen ein viel sichereres Feiern ermöglichen können, als dass sich „hier Menschen unkontrolliert im öffentlichen Raum treffen“, verwies Pulker auf die illegalen Corona-Partys etwa am Donaukanal.

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