10.06.2021 12:58 |

3 zentrale Ableitungen

Nach Corona: Raab will „Comeback für Integration“

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) hat am Donnerstag den Integrationsbericht 2021 vorgestellt. Der Bericht blicke auf das Corona-Jahr 2020 zurück und sei deshalb ein „Seismograf, wie sich die Corona-Pandemie auf die Integration ausgewirkt hat“. Für das „Comeback der Integration“ nach Corona seien laut Raab drei Punkte entscheidend: Deutsch, Arbeitsmarkt und Werte.

„Die Corona-Krise hat die Integration vor große Herausforderungen gestellt. Jetzt, im Zuge der Öffnungen, nimmt die Integration aber wieder Fahrt auf, sowohl am Arbeitsmarkt als auch im Zusammenleben und im Ehrenamt. Es ist aber wichtig, dass die Menschen die Maßnahmen der Bundesregierung auch weiterhin wahrnehmen, damit das Comeback der Integration gelingt. Auch nach Corona werden wir den Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt fortsetzen“, so Raab.

Integration in Zahlen
In Zahlen gegossen sieht der Integrationsbericht 2020 wie folgt aus: Im Vorjahr wanderten 136.300 Personen aus dem Ausland nach Österreich zu. Der Anstieg des Anteils von Personen mit Migrationshintergrund an der österreichischen Gesamtbevölkerung betrug 2.137.800 oder 24,4 Prozent. Am 1.1.2021 wohnten 1.531.300 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich. Das entspricht 17,1 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen
Durch die Öffnungen verbessere sich die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt. Das Ziel sei aber, „Menschen mit Migrationshintergrund zusätzlich zu den Arbeitsmarktmaßnahmen zu unterstützen“. Dabei gehe es auch um mehr Flexibilität und Mobilität am Arbeitsplatz. Die Beschäftigung der ausländischen Arbeitskräfte sank 2020 um 2,8 Prozent.

Arbeitslosigkeit bei Migranten stärker angestiegen
Während die Arbeitslosenquote in Österreich von 2019 auf 2020 von 6,4 auf 8,4 Prozent gestiegen sei, sei der Anteil bei Personen mit Migrationshintergrund deutlicher von 10,8 auf 15,3 Prozent angewachsen, wie Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas bekannt gab. Bei Syrern, Afghanen und Irakern zusammengezählt wuchs sie von 36,7 auf 41,8 Prozent. In dieser Gruppe sind nur noch 35 Prozent beschäftigt, was auch mit der niedrigen Erwerbsquote von Frauen zusammenhängt.

Umgangssprache Deutsch als Herausforderung
Als eine der größten Herausforderungen sieht Raab die Umgangssprache Deutsch, der mit Deutschförderklassen, Sommerschulen oder Elternkursen begegnet werden soll. 2019/20 hatten etwa 58.100 Kinder in Kindergärten eine nicht-deutsche Umgangssprache. Außerdem will die Ministerin den „Kampf gegen Parallelgesellschaften und ehrkulturelle Gewalt fortsetzen“.

Arbeitsmarkt und Bildung „zentral“
Katharina Pabel, Vorsitzende des für Integration zuständigen Expertenrats, sieht zwei Bereiche als besonders zentral an, den Arbeitsmarkt und die Bildung. Gerade an diese sollte man sich gezielt wenden, meint Pabel. Dabei sollte schon im Schulbereich auf Zukunftschancen speziell im IT-Bereich hingewiesen werden. 

Kampf gegen patriarchale Rollenbilder fortsetzen
Der Integrationsbericht zeige außerdem, dass die Pandemie starke Auswirkungen auf das Zusammenleben in den Communitys und diese Abschottung auch „negative Folgen für die Gewaltgefährdung von Frauen hatte“. Der Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt und patriarchale Rollenbilder werde deshalb fortgesetzt und „Frauen mit Migrationshintergrund gezielt gestärkt“.

3,6 Millionen Euro für Maßnahmen
Deshalb sollen insgesamt 3,6 Millionen Euro Fördergelder im Rahmen des Gewaltschutzpakets bereitgestellt werden. Davon sind 1,6 Millionen Euro für Projekte zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und zwei Millionen Euro für Maßnahmen zur Stärkung von Frauen mit Migrationshintergrund vorgesehen.

Zudem soll das Ehrenamt in den Regionen gestärkt werden. Dieses bleibe auch nach Corona eine wichtige Säule der Integration.

Martin Grob
Martin Grob
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