31.05.2021 14:39 |

Skandalöse Zustände

Mäuse in Labor verendet: „Ein Anblick des Grauens“

„Es war ein Anblick des Grauens“ - so beschreibt eine Tierärztin ihre Eindrücke bei der Begehung eines medizinischen Labors in Wien. Dieses wurde von einer überforderten Pflegerin betreut. Die Anklage: Tierquälerei. Sie soll 100 Mäuse getötet haben. Ihre überraschende Antwort: Sie habe noch viel mehr getötet - im Auftrag!

Was die Angeklagte (36) beschreibt, strapaziert die Magennerven der Zuhörer. Die Frau hatte nicht weniger als 6000 Mäuse in 1900 Käfigen zu betreuen. Ein schwieriger Job, zumal das Labor mit strengsten Hygieneauflagen belegt war. Wie die Frau vor Richter Stefan Erdei erzählt, musste sie immer wieder Hunderte Mäuse, meist Männchen, töten, die für die Forschung nicht benötigt wurden: „Das habe ich mit Genickbruch oder Gas gemacht.“

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Ich habe Mäuse, die nicht mehr benötigt wurden, mittels Genickbruch oder Gas getötet.

Die Angeklagte vor Gericht

Konkret wurde ihr vorgeworfen, sie soll hundert Mäuse ungenügend mit Wasser und Nahrung versorgt haben. Was die Frau bestreitet. Sie gibt aber zu, sie sei überfordert gewesen und habe auf Hygiene zu wenig geachtet. Ende November fand eine Tierärztin bei einer Kontrolle des Labors unzählige tote Mäuse.

Übler Nachgeschmack
Der Pflegerin (Anwalt: Stefan Mertens) konnte kein Vorsatz für eine Tierquälerei nachgewiesen werden: Freispruch. Ein übler Nachgeschmack bleibt: Stimmen die Angaben der Pflegerin, waren die Bedingungen in dem Labor skandalös.

Kronen Zeitung

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