29.05.2021 11:48 |

Unermesslich wertvoll

Schmuggel von Kunstschatz nach Österreich flog auf

Die italienische Polizei hat beim Grenzübergang in Tarvis drei Lieferwagen mit 95 antiken Streichinstrumenten von unermesslichem Wert an Bord konfisziert. Sie sind Teil der größten Sammlung dieser Art weltweit, die im Besitz des verstorbenen kubanischen Künstlers José Vazquez stand. Zwei US-Bürger, Vazquez ́Bruder und dessen Ehefrau, die die Streichinstrumente illegal nach Österreich einführen wollten, wurden angezeigt.

Die Carabinieri in Tarvis berichteten der APA, dass die Beschlagnahme nach Ermittlungen im Einklang mit den Sicherheitskräften aus Bologna erfolgt sei. Die Streichinstrumente befanden sich zusammen mit Gemälden, Partituren und anderen Gegenständen von hohem künstlerischem Wert in drei Lieferwagen eingepfercht. Die US-Bürger hatten keine Genehmigung seitens des Kulturministeriums in Rom zur Ausfuhr der Instrumente.

Auch antike chinesische Vase und Ölgemälde unter Schmuggelware
Die Lieferwagen waren von Bologna abgefahren und wurden auf der Autobahn A23 angehalten. An Bord befanden sich vier Personen. Die beiden US-Bürger wurden von der Staatsanwaltschaft Udine wegen versuchtem illegalem Export von Kulturgütern angezeigt. Konfisziert wurden Bratschen, Geigen, Cellos und andere Streichinstrumente aus der Zeit zwischen 1550 und 1780. An Bord wurden insgesamt 150 Gegenstände entdeckt, darunter eine antike chinesische Vase, vier Partituren und ein Ölgemälde mit Szenen von Musikanten aus dem 17. Jahrhundert.

Vazquez unterrichtete an Wiener Universität
Die beschlagnahmte Sammlung stand im Besitz des kubanischen Künstlers José Vazquez, der als Virtuose auf dem Gebiet der „Alten Musik“ galt. Ab 1982 unterrichtete er als Professor für Viola da Gamba an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. In seiner Karriere hatte er mit Künstlern wie Riccardo Chailly und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet.

Vazquez war im Alter von 70 Jahren im März am Coronavirus verstorben. Seit Jänner befand sich die Sammlung im Schloss Orsini-Odescalchi in Bracciano bei Rom, davor war sie im Museum San Colombano in Bologna und im Schloss von Duino in Triest ausgestellt.

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