Flutlicht-Slalom

Poutiainen und Riesch siegen in Flachau ex aequo

Sport
11.01.2011 22:12
Für die österreichische Slalom-Truppe hat es am Dienstag im Nachtslalom in Flachau eine Enttäuschung gesetzt, einzig Kathrin Zettel klassierte sich im sechsten Saison-Torlauf - immerhin - auf Rang vier. Die bisherige Saison-Dominatorin Marlies Schild schied im zweiten Durchgang aus, und mit ihr sahen sieben ihrer acht Teamkolleginnen das Ziel nicht. Der Sieg ging ex aequo an die Deutsche Maria Riesch und die Finnin Tanja Poutiainen.

Zettel verhinderte mit ihrer Zielankunft 82 Hundertstel hinter dem Siegerinnen-Duo ein da capo des historischen Debakels vom 23. November 1997, als es in Park City keine der ÖSV-Damen in die Punkteränge schaffte. Für die Göstlingerin freilich war ihr Abschneiden erfreulich. "Langsam komme ich zurück, wo ich schon war. Jetzt geht es los." Zettel hatte die ersten beiden Saison-Torläufe auslassen müssen, war danach aber schon einmal Fünfte und zweimal Siebente.

Als Sechstplatzierte des ersten Laufs hatte sie Schilds Ausscheiden miterlebt. Die verkreuzte bei ihrem zweiten Saison-Ausfall nach Aspen im oberen Teil des Finallaufs mit dem linken über dem rechten Ski, der Sturz war unvermeidlich. Die 29-Jährige fiel schmerzhaft auf den rechten Arm, gab aber schon bald Entwarnung: "Es ist blau und ein bisschen aufgeschlagen, aber es geht schon." Die Führung im Disziplinen-Weltcup gab sie mit nun 20 Punkten Rückstand an Riesch ab.

Bereits im ersten Lauf war es für die Olympia-Zweite nicht besonders gelaufen, sie hatte als Elfte 1,4 Sekunden Rückstand auf Leaderin Poutiainen aufgerissen. Allerdings war sie mit dem rechten Ski mit Fortdauer des Laufs immer mehr weggerutscht. "Ich habe fast keinen Grip gehabt", erklärte die vierfache Saisonsiegerin und vermutete: "Ich nehme an, ein Problem mit der Kante." Ihr Out trug Schild schließlich mit Fassung. "Ich bin auch keine Maschine."

Französin Noens holt Platz drei
Riesch und Poutiainen teilten sich in 1:42,52 Minuten mit 52 Hundertstel Vorsprung auf die Französin Nastasia Noens den Erfolg, die nach Lauf eins auf dem dritten Platz gelegene Riesch holte 41 Hundertstel auf. Bei der letzten Zwischenzeit war die Weltcup-Führende gar 52 Hundertstel zurückgelegen. "Im unteren Teil war ich sehr, sehr schnell. Es ist eine wahnsinnige Erleichterung, dass ich ganz oben stehen kann", erklärte die Bayerin zu ihrem 17. Weltcupsieg, dem siebenten im Slalom und der dritte in diesem Winter. In vier Saison-Torläufen davor war sie Zweite geworden.

Poutiainen baute ihren Weltrekord an en suite beendeten Slaloms auf 38 aus, zuletzt war sie am 29. Dezember 2006 am Semmering ausgeschieden. "Ich mochte die Kurssetzung, ich habe mir auch viel Zeit für die Besichtigung genommen", sagte die 30-Jährige zu ihrem elften Weltcupsieg, dem sechsten im Slalom. Zuletzt hatte sie vor knapp einem Jahr in Cortina einen Riesentorlauf für sich entschieden.  "Ich war die Saison schon Zweite, Dritte, Vierte - jetzt ist endlich der Sieg da."

Hosp rutschte im ersten Durchgang weg
Nicole Hosp rutschte im ersten Durchgang weg, hat damit aus den vergangenen drei Torläufen bei zwei Ausfällen nur acht Punkte geholt. Zu Saisonbeginn hatte die Tirolerin mit zwei fünften und einem sechsten Platz noch groß aufgezeigt. Eine ähnliche Bilanz hat Michaela Kirchgasser. Die Filzmooserin wurde von mehr als 200 Leuten ihres Fanclubs angefeuert, nach Rang 19 im ersten Lauf passierte der 25-Jährigen jedoch ein Einfädler. "Aber ich weiß, dass ich es kann", sagte Kirchgasser.

US-Star Lindsey Vonn sah sogar zum vierten Mal in Folge das Slalom-Ziel nicht, nachdem sie zu Saisonbeginn in Levi Sechste und in Aspen Achte geworden war. Die 26-Jährige fädelte bereits im ersten Lauf im oberen Teil des mit sieben welligen Übergängen versehenen Hangs bei einem Rechtsschwung ein. Damit wuchs im Gesamt-Weltcup der am Wochenende in Zauchensee um 90 Punkte auf 96 Zähler verringerte Rückstand auf Riesch auf 196 Punkte an.

Junge Garde des ÖSV ging leer aus
Die junge österreichische Garde ging auf der Hermann-Maier-Weltcupstrecke diesmal leer aus, war im zweiten Durchgang gar nicht mehr dabei. Carmen Thalmann, Verena Höllbacher und Alexandra Daum schieden aus, Michaela Nösig und Bernadette Schild kam nach fehlerhaften Fahrten nur auf die Ränge 50 bzw. 51. Mit 15.000 Zuschauern kamen um die Hälfte mehr Fans als im Vorjahr zum Rennen. Unter ihnen war Ehrenbürger Hermann Maier, er wurde in die Siegerehrung für die beiden "Snow Space Princesses" eingebunden.

Ergebnis von Flachau:

GIUS Nicole 

Platz

Name

Land

Lauf 1

Lauf 2

Gesamt

 1

RIESCH Maria 

GER 

 50.31

 52.21

 1:42.52

 1

POUTIAINEN Tanja 

FIN 

 49.90

 52.62

 1:42.52

 3

NOENS Nastasia 

FRA 

 50.11

 52.93

 1:43.04

 4

ZETTEL Kathrin 

AUT 

 50.86

 52.48

 1:43.34

 5

ZUZULOVA Veronika 

SVK 

 50.93

 52.83

 1:43.76

 6

BORSSEN Therese 

SWE 

 50.64

 53.40

 1:44.04

 7

PIETILAE-HOLMNER Maria 

SWE 

 51.18

 52.95

 1:44.13

 8

AUBERT Sandrine 

FRA 

 51.04

 53.80

 1:44.84

 9

BARTHET Anne-Sophie 

FRA 

 51.92

 52.94

 1:44.86

 10

HANSDOTTER Frida 

SWE 

 51.41

 53.98

 1:45.39

 11

NIGG Marina 

LIE 

 52.43

 53.00

 1:45.43

 12

PERNER Nina 

GER 

 51.46

 54.08

 1:45.54

 13

DÜRR Katharina 

GER 

 51.78

 54.12

 1:45.90

 14

GOODMAN Anna 

CAN 

 52.83

 53.11

 1:45.94

 15

CHMELAR Fanny 

GER 

 52.09

 54.17

 1:46.26

 16

FEIERABEND Denise 

SUI 

 52.49

 53.94

 1:46.43

 17

HÖLZL Kathrin 

GER 

 52.46

 54.10

 1:46.56

 18

WIKSTRÖM Emelie 

SWE 

 52.09

 54.54

 1:46.63

ITA 

 53.23

 53.52

 1:46.75

 20

WORLEY Tessa 

FRA 

 52.56

 54.25

 1:46.81

 21

CURTONI Irene 

ITA 

 52.82

 54.00

 1:46.82

 22

PUENCHERA Jessica 

SUI 

 52.52

 54.60

 1:47.12

 23

WIRTH Barbara 

GER 

 52.85

 54.35

 1:47.20

 24

EKLUND Nathalie 

SWE 

 53.21

 55.40

 1:48.61

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