18.04.2021 06:00 |

Den Krebs besiegt

Patrick Budgen: „Ich lebe im Hier und Jetzt“

ORF-Moderator Patrick Budgen über Fitness, Psychohygiene und seinen Kampf gegen Krebs.

„Krone“:Sie haben mich zu einer Trainingseinheit in den Park eingeladen.
Patrick Budgen: Ja, weil die Fitnesscenter geschlossen sind, bin ich auf den Geschmack gekommen, outdoor zu trainieren.

Wie oft finde ich Sie hier?
Ich muss sagen, ich war früher sehr unsportlich. Jetzt trainiere ich hier zwei bis drei Mal pro Woche. Außerdem gehe ich laufen oder sitze auf dem Hometrainer. Umso schwerer ist es mir gefallen, als ich letztes Jahr schwer erkrankt bin, nichts zu machen.

Bei Ihnen wurde im Alter von 36 Jahren Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.
Ja ich hab mich unwohl gefühlt, da hat’s zuerst geheißen: Es ist nix. Aber dann lautete die Diagnose doch Krebs, und ich musste zeitgleich mit dem ersten Lockdown eine Chemotherapie beginnen. Das war eine völlig surreale Parallelität.

Aber Sie haben ihn besiegt!
Ja, ich bin wieder gesund heute, muss keine Medikamente mehr nehmen, fühle mich wieder fit und gesund.

Was hat diese Erkrankung in Ihnen ausgelöst?
Wenn man sich in jungen Jahren das erste Mal mit dem Tod beschäftigen muss, macht das schon etwas mit einem. Ich bin jetzt wesentlich gelassener und ruhiger geworden. Und direkter (lacht). Es klingt ein bissl abgedroschen, aber man lebt mehr im Hier und Jetzt. Man ist sich der Endlichkeit schon bewusster.

Einer breiten Öffentlichkeit sind Sie durch Ihre viel beachteten Interviews in der Terrornacht bekannt geworden.
Das war meine dritte Arbeitswoche nach meiner Genesung. Wenn das ein Jahr davor gewesen wäre, wäre ich wahnsinnig aufgeregt gewesen, wenn man weiß, das ganze Land schaut zu. Ich habe aber so eine Ruhe und Gelassenheit in mir gehabt, weil ich mir gedacht hab: Was soll mir heuer noch passieren?

Das haben Sie nun alles in Ihrem Buch „Einsiedlerkrebs“ niedergeschrieben.
Ja, das war so eine Art Psychohygiene für mich. Da ist so viel auf mich hereingeprasselt, das ich loswerden musste. Und der Satz: „Ich habe Krebs“- ist mir so schwer über die Lippen gekommen. Das war wie ein Schuldeingeständnis, obwohl man nichts dafür kann. Und irgendwann hab ich mir dann gedacht: Eigentlich könnt ich das nützen, um anderen Leuten Mut zu machen. Krankheit darf kein Mangel sein. Das ist eine Botschaft, die ich unter die Leute bringen wollte.

Was wäre denn Ihr beruflicher Traum?
Ich führe wahnsinnig gerne Gespräche. So gesehen: eine nationale Talksendung.

Wie soll sie heißen?
(lacht) Bei Budgen.

Auch das bin ich, Kronen Zeitung

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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