09.04.2021 12:54 |

Bilder aus der Wachau

So schützen unsere Bauern Obst vor dem April-Frost

Leichter Frost ist im April auch in tiefen Lagen durchaus üblich. Deutlich seltener ist es allerdings, dass mehrere Tage hintereinander Temperaturen deutlich unter null Grad aufweisen. Die vergangenen Nächte haben landesweit für Schäden im Pflanzenbau gesorgt. So schlimm wie im Vorjahr sind diese zwar heuer vorerst nicht, trotzdem könnte das Schadensausmaß in die Millionen gehen. Bauern in der Wachau versuchen, ihr Obst vor dem Frost bestmöglich zu schützen.

In verschiedenen Regionen Österreichs ist vor allem Obst vom Frost betroffen. Ackerbau hingegen nicht, erläuterten Experten auf APA-Anfrage am Freitag. Vorsorgemaßnahmen wie Räuchern und Frostberegnung hätten teilweise gegriffen, Schäden gäbe es aber trotzdem.

„Wie hoch diese sind, lässt sich vorerst aber noch nicht sagen. Es könnte in die Millionen gehen, weil wertvolle Kulturen betroffen sind“, so Mario Winkler, Sprecher der Hagelversicherung. Die Schadenserhebung werde aber noch bis Mitte der kommenden Woche dauern. Schäden gäbe es vor allem bei Kirschen und Marillen. Zum Teil drohten aber auch beim später blühenden Apfel Qualitätseinbußen.

Ackerbau kämpft mit Trockenheit
„Im Ackerbau gibt es keine Probleme“, sagte Andreas Pfaller, Referatsleiter Pflanzliche Erzeugnisse in der LK Österreich. Dort seien nicht wie in vergangenen Jahren Kürbisse oder Erdäpfel abgefroren, da sie meist auch erst angebaut werden. Im Ackerbau geht es eher schon wieder um eine gegebene Trockenheit. Aber auch diese habe vorerst noch keine Auswirkung und mit genügend rechtzeitigem Niederschlag sei diese gut aufholbar.

Lage in Wachau „nicht so gut“
Bei den Marillen „schaut es in der Wachau nicht so gut aus“, so Manfred Weinhappel, Leiter der Fachabteilung Pflanzenproduktion in der LK Niederösterreich. Voriges Jahr allerdings gab es dort praktisch einen Totalausfall bei der Frucht, für die die Region besonders berühmt ist.

Blüten im Endstadium anfälliger
Im Weinviertel seien wenige Marillen-Schäden bekannt. „Bei leichtem Frost kommt man gut durch mit Anti-Frostmaßnahmen, aber in der Wachau waren es teilweise minus fünf, minus sieben Grad, da wird es schwierig.“ Dort war die Blüte auch schon beim „abgehen“ - also im Endstadium - und das mache sie anfälliger als im Anfang oder in der Vollblüte.

Mehrere Frostnächte im April kommen selten vor
Frost im April ist laut ZAMG in Österreich nicht ungewöhnlich. „Selbst in Lagen unterhalb von 800 Meter Seehöhe muss man jedes Jahr mit zumindest einer Frostnacht im April rechnen“, sagte ZAMG-Experte Alexander Orlik. Mehrere Frosttage sind allerdings eher die Ausnahme: „Ein April, in dem es mindestens drei Tage Frost gibt mit Temperaturen bei minus zwei Grad oder darunter, kommt zum Beispiel in Krems statistisch gesehen alle fünf Jahre vor, in Gleisdorf und Jenbach alle zehn Jahre.“

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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