09.04.2021 11:34 |

Mehr Resozialisierung

Zadic: Vier-Punkte-Plan für den Strafvollzug Neu

Um dem „Belagsdruck“ in den österreichischen Justizanstalten entgegenzuwirken, hat eine Arbeitsgruppe einen Bericht erstellt, der den Strafvollzug Neu künftig prägen soll. Wie Justizministerin Alma Zadic (Grüne) am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz bekannt gab, geht es vor allem um Resozialisierung sowie die Ausweitung des elektronisch überwachten Hausarrests. Man gehe „die Strafvollzugsreform nun an“. Ein „begutachtungsreifer Entwurf“ soll bis zum Sommer stehen.

Ihr sei ein „moderner, humaner Strafvollzug sehr wichtig“, so Zadic. Das Ziel sei nicht, die Menschen wegzusperren, sondern die Sicherheit für die Gesellschaft zu erhöhen - und das erreiche man, indem man Entlassene wieder gut eingliedert. Durch Resozialisierungsmaßnahmen sinke die Rückfallquote von mehr als 50 auf 38 Prozent.

Zadic nannte die vier wichtigsten Empfehlungen der Arbeitsgruppe:

  1. Forcierung der Nachbetreuung und bedingten Entlassung
  2. Ausweitung des elektronisch überwachten Hausarrests
  3. Zielgerichteter Vollzugsplan mit Betreuungsplanung
  4. Ausweitung der Erbringung gemeinnütziger Tätigkeiten auch während der Haft

So soll es bereits ab einer Haftstrafe von drei Monaten zwingend einen Betreuungsplan für den Häftling geben - etwa in welcher Justizanstalt die Strafe abgesessen wird und wie es dort mit Beschäftigung, Ausbildung oder Betreuung, auch psychologischer Natur, aussieht. Ähnliches soll auch bei längerer Untersuchungshaft möglich sein, empfiehlt die Arbeitsgruppe.

Neue Pläne: Bonussystem und gemeinnützige Tätigkeiten
Zudem angedacht sei ein Bonussystem, durch das zu „Sicherheit und Ordnung“ in den Gefängnissen beigetragen werden kann. Ein gutes Benehmen während der Haft könnte etwa Einfluss auf die Haftzeit nehmen. Ein weiteres Novum wäre die Ausweitung gemeinnütziger Tätigkeiten auch während der Haft.

Kritik, warum es noch keinen fertigen Entwurf gebe, obwohl Zadic diese Punkte bereits im Dezember mehr oder weniger angekündigt habe, trat die Ministerin entgegen, dass sie die konkreten Ergebnisse der Arbeitsgruppe in die Reform einfließen lassen wolle.

Was das Anti-Terror-Paket angehe, so sagte Zadic, man sei dabei, „die letzten Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens in das Gesetz einfließen zu lassen“.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 12. Mai 2021
Wetter Symbol