25.03.2021 13:59 |

Enormer Druck

Dramatischer Rekord an Corona-Toten in Ungarn

In den vergangenen 24 Stunden starben in Ungarn 272 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 9637 Neuinfektionen wurden im Land verzeichnet - ein trauriger Rekord. 11.760 Patienten befanden sich im Spital, 1467 müssen künstlich beatmet werden. Die Gesamtopferzahl liegt bei 19.224. Noch stünden 1678 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten zur Verfügung, man werde dem Druck standhalten können, beruhigt die Regierung die Bevölkerung.

Kanzleiminister Gergely Gulyas betonte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Budapest, dass es erst nach der Impfung von mindestens 2,5 Millionen Bürgern zu Lockerungen kommen könnte. Bisher sind 1,7 Millionen zumindest einmal geimpft worden. Der Minister nannte in dem Zusammenhang den 12. bzw. 19. April, dann könnte die Öffnung der Schulen und Kindergärten erfolgen.

Über den Vorschlag der Industrie- und Handelskammer, Geschäfte erneut auf der Grundlage „ein Kunde auf zehn Quadratmeter“ zu öffnen, werde beraten, wobei Premier Viktor Orban die Entscheidung und weitere Schritte am Freitag im Staatsrundfunk verkünden werde. Laut Gulyas werde das Gesundheitswesen dem erhöhten Druck standhalten können.

Trotz Impfungen zweithöchste Sterberate nach Tschechien
Mit einer Durchimpfungsrate von aktuell 17,4 Prozent sichert sich Ungarn hinter Malta den zweiten Platz in der EU, verzeichnet jedoch zugleich auf die Bevölkerungszahl berechnete weltweit die zweithöchste Sterberate nach Tschechien. Dies sei zum Teil der Tatsache zuzuschreiben, dass Infektionen massenweise unentdeckt bleiben. Die Analyse des Onlineportals valaszonline.hu verwies auf die geringen Tests und die offizielle Auffassung, dass Testen noch niemandem das Leben gerettet hat.

Unter den Ländern mit den meisten Infektionen in den vergangenen sieben Tagen belegt Ungarn mit einer Inzidenz von 583,3 den viertschlechtesten Platz. Als Gründe für die dramatische Lage in Ungarn werden verspätete einschränkende Maßnahmen der Regierung und den Mangel an Fachkräften auf den Intensivstationen angeführt. Hinsichtlich der Ende Sommer 2020 begonnenen zweiten Corona-Welle habe die Regierung bis November nicht reagiert und unbeliebte Maßnahmen hinausgeschoben. Auch auf die dritte Welle, das Auftreten neuer Mutationen, sei verspätet reagiert worden.

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