Einer Klagenfurter Ärztin (52), die Drogenabhängigen viel zu hohe Dosen an Opiaten verschrieben haben soll, drohen bis zu 15 Jahren Haft. Laut Gutachter wurde die Grenzmenge um das 42-fache überschritten. Der Prozess am Freitag wurde vertagt. Der Fall müsse jetzt von einem Schöffensenat verhandelt werden. Die Staatsanwältin kündigte eine Anklageschrift an.
So soll die Ärztin einem drogenabhängigen Patienten eine 30-Stück-Packung eines Opiats verschrieben haben, für das am Schwarzmarkt 35 Euro pro Tablette bezahlt wird. Aufgefallen waren ihre Verschreibungspraktiken bei der Gebietskrankenkasse, weil die Menge der verschriebenen Suchtgiftpräparate ungewöhnlich hoch war. Daraufhin wurde die Medizinerin in die Ärztekammer zu einem Gespräch geladen, danach stellte sie die ominösen Verschreibungen ein. Sie sei - wie berichtet - zu naiv gewesen, hätte ihren Patienten zu sehr geblaubt, rechtfertigte sie sich vor Gericht. An die 50 Patienten mit Suchtgiftproblemen wurden von ihr betreut. Am Anfang seien es nur einige wenige gewesen, bald seien aber mehr gekommen, sagte sie bei der ersten Verhandlung.
Die Ärztin war offenbar überfordert, wie aus ihren Aussagen hervorging. Dass die verschriebenen Medikamente verkauft werden könnten, sei ihr nie in den Sinn gekommen. Die Medizinerin ist inzwischen arbeitslos.
Im Fall einer Verurteilung drohen der Frau bis zu 15 Jahren Haft. In einer ersten Prozessrunde im Dezember 2019 hatte ihr der Richter eine Diversion angeboten, die die Frau angenommen hatte. Das wurde vom Oberlandesgericht Graz abgelehnt. Der Prozess am Freitag wurde vertagt. Für die Causa sei ein Schöffensenat zuständig. Die Staatsanwältin kündigte eine Anklageschrift an.
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