16.03.2021 22:25 |

„Brauchen die Impfung“

Drosten: Für Ungeimpfte wird es „brenzlig“

Deutschland hat - im Gegensatz zu Österreich - zumindest vorübergehend die Impfkampagne mit dem AstraZeneca-Vakzin ausgesetzt. Das veranlasste den deutschen Top-Virologen Christian Drosten am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ zu der Aussage, dass „wir diese Impfung brauchen“. Die Situation werde sich im weiteren Verlauf der Pandemie wegen der Mutationen noch „drastisch erschweren“, erwartet er. Besonders „brenzlig“ werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahren. Diese Warnung hatte Drosten auch zuvor schon geäußert.

Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 nehme immer mehr überhand. Ihr Anteil betrage in Deutschland mittlerweile 75 Prozent der Neuinfektionen. Drosten befürwortete auch die Untersuchung der in Deutschland aufgetretenen Sinusvenenthrombosen. Diese würden zwar auch in der Normalbevölkerung auftreten, „aber jetzt ist das innerhalb von nur ein paar Wochen aufgetreten, während AstraZeneca verimpft wurde. Darum muss man das ernst nehmen und anschauen.“

Auch bei Covid-Erkrankung bekannte Komplikation
Blutgerinnungsstörungen seien zudem eine bekannte Komplikation bei einer Covid-19-Erkrankung. Drosten sprach sich auch dafür aus, ein mögliches Risiko im Zusammenhang mit der Corona-Impfung auch immer im Verhältnis zum Risiko im Krankheitsfall zu betrachten.

Situation nach Ostern „wie um Weihnachten“
„Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte der Virologe, auch mit Blick auf düstere Prognosen des Robert-Koch-Instituts von vor einigen Tagen zu einem befürchteten starken Anstieg der Neuinfektionszahlen.

Er bedaure die ausgesetzten AstraZeneca-Impfungen und knapperen Liefermengen des britisch-schwedischen Pharmakonzerns, so Drosten. Auch die epidemiologische Lage in Deutschland sei momentan nicht gut.

Quelle: APA/NDR

Martin Grob
Martin Grob
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