03.03.2021 11:31 |

Junge Frau wehrt sich

Sexuelle Belästigung: Prozess um Medienmanager

Die österreichische Medienszene wird von einer neuen #MeToo-Welle erfasst: Ein prominenter Medienmanager hat eine junge Moderatorin entlassen, weil diese ihm sexuelle Belästigung vorwirft. Sie bleibt bei ihren Anschuldigungen - und wurde von ihrem ehemaligen Chef geklagt.

Während eines Fotoshootings 2019, so berichtet der „Standard“, soll es zu den Übergriffen gekommen sein. Der österreichweit bekannte Medienmacher soll die junge Frau dabei begrapscht haben. Auch zuvor habe er sie bedrängt und sexuell belästigt, so die Vorwürfe der Moderatorin vor Gericht. Der beschuldigte Medienmacher selbst bestritt alle Anschuldigungen, er drehte den Spieß um, vielmehr habe die deutlich jüngere Mitarbeiterin Anbahnungsversuche gestartet, das alles sei ein „Racheakt“.

Nun klagte der Manager die junge Frau, er will, dass die Fernsehmoderatorin ihre Vorwürfe wegen sexueller Belästigung unterlässt. Die junge Frau bleibt indes bei ihren Aussagen - und bekommt Zuspruch und viel Solidarität zu spüren: Von einem österreichischen „Fall Weinstein“ ist zu lesen, ein „Skandal“ sei der gesamte Prozess. Für den Medienmacher gilt natürlich die Unschuldsvermutung - er wurde bislang in dem Fall nicht rechtskräftig verurteilt.

Kritik an Aussage von Richterin
Erschwerend kommt bei dem Prozess hinzu, dass zwar ehemalige Mitarbeiterinnen des Mannes ähnliche Übergriffe schildern, aktuelle Mitarbeiterinnen ihn aber decken. Und auch Richterin Andrea Mayrhofer musste mittlerweile Kritik an ihrer Prozessführung einstecken: Als die Moderatorin von ihrem beruflichen Traum vor der Kamera sprach und damals hoffte, künftig ohne ihren Chef zu moderieren, sagte Mayrhofer laut „Standard“: „Ich glaube, Sie träumen von warmen Eislutschern.“

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