Virus setzt ihnen zu

Fußball-Blase platzt: Sind Chinas Klubs am Ende?

Unglaubliche 16 Klubs sind heuer laut „Blick“ aus dem chinesischen Profi-Fußball verschwunden! Darunter auch der Meister Suning Jiangsu, der die Auflösung seiner Profi-Mannschaft am Sonntag bekannt gab - drei Monate nach dem Meistertitel! Es sieht so aus, als ob die Milliarden-Blase des chinesischen Fußballs gerade platzen würde …

Es war Präsident Xi Jinping, der aus China bis 2050 eine Fußball-Macht formen wollte. Dafür wurden immense finanzielle Aufwendungen in Kauf genommen. Einige der besten Spieler und Trainer aus Südamerika, Asien und Europa waren plötzlich in der neuformierten CSL (China Super League) aktiv- angefangen mit Marcello Lippi (Guangzhou) über die Brasilianer Hulk und Oscar bis hin zu Marko Arnautovic (alle Shanghai Port, früher SIPG).

Traum vorbei?
Nun, fünf Jahre später, scheint der Traum ausgeträumt. Meister Suning Jiangsu gab gerade bekannt, dass man den Spielbetrieb einstellt. Sogar die Zeitung „China Daily“ berichtet besorgt über die Vorgänge und meint, dass die Mannschaft der Elektronik-Firma Suning nicht die einzige sein werde, die wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgeben muss.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur „Xinhua“ berichtet, befindet sich Jiangsu FC bereits seit der vorigen Saison in einer schwierigen finanziellen Situation. Der Klub aus Nanjing soll sämtliche Spieler-Löhne und Boni nicht ausgezahlt haben. Der rumänische Trainer Cosmin Olaroiu und der brasilianische Star Alex Teixeira sollen bereits weg sein.

Tianjin doppelt in Schwierigkeiten
In Tianjin geht es generell schlimm zu, dort dürfte mit Tianjin Jinmen Tiger bald auch die zweite Mannschaft innerhalb eines Jahres wegen finanzieller Schwierigkeiten aus der Liga zurücktreten. Wie schon zuvor das Team von Tianjin Tianhai.

„Xinhua“ berichtet, dass die durchschnittlichen Ausgaben bei einem CSL-Klub in der Saison 2018 um die 141 Millionen Euro lagen. Der Großteil der Klubs verbuchte Verluste. Der Durchschnittslohn eines Spielers in China war 5,8-mal so groß, wie der eines Profis in der J-League (Japan) und 11,6-mal so groß, wie in der K-League (Südkorea). Der Präsident des chinesischen Fußball-Verbandes sagt angesichts dieser Fakten: "Diese Zahlen sind alarmierend. Wann wachen wir auf?"

Auswirkungen auf Europa
Anscheinend ist jetzt der Moment dafür gekommen. Tatsache ist: Die Cash-Injektionen in den chinesischen Fußball werden immer weniger. Das Coronavirus wirkte sich sehr negativ auf die Einnahmen der Klubs aus. Die Verschiebung der Saison scheint die CSL sehr schlecht bis gar nicht verkraftet zu haben. Und jetzt wackelt auch der Super-Cup, zumal der Meister keine Mannschaft mehr hat. Apropos Suning: Diese Firma ist auch der Besitzer von Inter Mailand ...

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Sonntag, 11. April 2021
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