25.02.2021 15:45 |

„Wir wollen öffnen“

Frust und Verzweiflung bei Wirten und Hoteliers

Zahlreiche Branchenvertreter haben sich am Donnerstag im Zuge des von der Wirtschaftskammer initiierten „Öffnungsgipfels” ihren Frust von der Seele geredet. Der Tenor: Bereits Mitte März sollen Gastro, Hotels und Veranstalter wieder öffnen. Nicht verwunderlich, denn viele Betriebe bangen um ihre Existenz. Besorgt ob der strengen Maßnahmen zeigte sich auch die Präsidentin der Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Einmal mehr wurde auf die entwickelten Sicherheitskonzepte verwiesen, die einen Neustart aus dem Corona-Lockdown möglich machen würden. Gastro-Fachverbandsobmann Mario Pulker verteidigte heute die ursprüngliche Ablehnung der Masken- und Testpflicht durch die Wirte. Hier habe es auch bei den Gästen ein Umdenken und eine neue Akzeptanz gegeben. „Die Gäste haben sich an vieles gewöhnt“, ergänzte Hotellerie-Fachverbandsobfrau Susanne Kraus-Winkler. 

„Virus gekommen um zu bleiben”
Das Coronavirus sei „gekommen um zu bleiben“. Und auch die Mitarbeiter würden die Sicherheitsmaßnahmen „mit Freuden annehmen“, so Karin Rosenberger von der Donau Lodge Ybbs (NÖ). Die Gastronomen waren sich einig: Am 15. März muss aufgesperrt werden. „Mit ein bissl Gas geben“ werde sich das schon ausgehen.

Lob für staatliche Unterstützung
„Wir können ohne offene Grenzen nicht existieren“, erklärte Reise-Fachverbandsobmann Gregor Kadanka, der einen grünen Impfpass in der EU nach Vorbild Israels begrüßen würde.  Lob für die staatliche Unterstützung bisher kam von Christof Papousek, Chef der Cineplexx-Kinos, diese sei „toll“ gewesen.

Sportveranstalter: „Die Saison ist zerstört”
Besonders von der Corona-Pandemie betroffen zeigte sich Christian Hörl vom Fitnessanbieter myvita. Seine Branche sei sieben von zwölf Monaten zugesperrt gewesen - obwohl es nachweislich keinen einzigen Ansteckungsfall in den Fitnesscentern gegeben habe. Matthias Schiffer vom Tennisanbieter Europahalle meinte trocken: „Die Saison ist zerstört.“

Dramatische Worte fand heute auch Wolfgang Suitner von der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe: „Die Stimmung schwankt zwischen Frustration und Verzweiflung. Wir haben die volle wirtschaftliche Breitseite abbekommen.“

Zu wenig Mut der Politik?
Ewald Tatar von Barracuda Music („Nova Rock“) warf der Politik vor, nicht genug Mut zu Entscheidungen zu haben. Man solle klar sagen, ab welcher Personenanzahl Konzerte im Freien möglich seien. „Es ist nix, diese Stille ist mittlerweile nervig“, meinte er. Auf eine besondere Herausforderung wies Elisabeth Brandl vom Hochzeitsbetreuer Wedding Vienna hin: Es gebe auch einen ästhetischen Anspruch, der bei einer Braut mit Mundschutz leide.

Kathrin Sevecke, Präsidentin der Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, berichtete von einer massiven Zunahme an psychischen Belastungen in allen Altersgruppen im Zuge der Corona-Pandemie. Als Beispiele nannte sie Angst- und Essstörungen. „Die Lebensqualität der Kinder sinkt", so ihre Expertise.

Quelle: APA

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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