24.02.2021 11:16 |

„Große Gelegenheit“

Italiens Mafia bereichert sich an Corona-Pandemie

Dank vereinfachter Prozeduren bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und bei Lieferungen infolge der Corona-Pandemie wird es in Italien für mit der Mafia verstrickte Unternehmen immer einfacher, in die legale Wirtschaft einzudringen. Dies geht aus einem Bericht der Anti-Mafia-Behörde DIA hervor, der dem Parlament in Rom vorgelegt wurde. Die Pandemie bietet dem organisierten Verbrechen derzeit eine „große Gelegenheit“, sich zu bereichern, heißt es darin.

Vor allem im Gesundheitsbereich sowie bei großen Infrastrukturprojekten könne das organisierte Verbrechen demnach verstärkt mitmischen. Die Clans könnten versuchen, sich an die EU-Finanzierungen heranzumachen, die Italien im Rahmen des EU-Wiederaufbauprogramms „Next Generation“ erhalten soll, geht aus dem Bericht weiters hervor.

Vordringen in politische Institutionen
Während des Lockdowns im März und April 2020 konnten sich die Clans weiterhin durch Drogenhandel, Erpressungen, Hehlerei und Überfällen bereichern. In Süditalien dringe die Mafia immer tiefer in die politischen Institutionen ein, warnte die DIA. Dank ihrer Liquidität würden Mafiosi in Schwierigkeiten geratenen Klein- und Mittelunternehmen Geld zu Wucherpreisen leihen. Wer nicht zurückzahle, müsse seinen Betrieb den Clans übergeben.

Mafia hilft Familien schneller als der Staat
Mafiöse Organisationen würden Familien in Not Hilfe und Dienstleistungen anbieten, um somit soziale Zustimmung zu gewinnen. Die Mafia sei in der Lage, schneller und effizienter als der Staat Familien in Not beizustehen und sich somit deren Unterstützung und Dienste zu sichern. Mehr denn je müsse der italienische Staat in dieser beispiellosen Situation wachsam sein, heißt es im Bericht.

Als positiven Aspekt betrachtet die Behörde, dass die 'Ndrangheta die Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, allmählich ihre Eigenschaft als „monolithische und undurchlässige Organisation“ verliere. Mehrere inhaftierte Mitglieder der ‘Ndrangheta hätten sich zuletzt zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen.

Quelle: APA

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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