Nordische Ski-WM

Seefeld 2019 mit 9 ÖSV-Medaillen, aber ohne Gold

Ausgerechnet die Heim-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld sind die ersten Nordischen Ski-Weltmeisterschaften ohne österreichische Goldmedaille seit 1997 gewesen. Die Titelserie hatte danach in Ramsau 1999 mit dem historischen Staffel-Erfolg der Langläufer um Schlussläufer Christian Hoffmann begonnen, bei den neun folgenden Titelkämpfen gab es immer ein oder zwei rot-weiß-rote Goldene, außer in Oslo 2011 - da räumten die ÖSV-Athleten gleich sieben Titel ab.

Lumpen ließen sich die Lokalmatadore bei den Titelkämpfen in Tirol aber nicht, vier Silber- und fünf Bronze-Medaillen bedeuteten auch ohne österreichische Hymne eine ordentliche Ausbeute. Lediglich im Langlauf reichte es nicht für das Podest, die erste WM-Medaille in Rot-Weiß-Rot nach deren vier 20 Jahre davor blieb Teresa Stadlober verwehrt. Den Skiathlon hatte sie wegen einer Verkühlung auslassen müssen, mit daher nicht optimaler Vorbereitung wurde es über 10 und 30 km jeweils Rang acht.

Kombinierer erfüllten Erwartungen
Die Kombinierer haben die Erwartungen dafür vollauf erfüllt, sie schrieben in jedem der vier Bewerbe an. Seine wohl letzten drei WM-Medaillen holte Bernhard Gruber - Silber hinter dem Norweger Jarl Magnus Riiber im Normalschanzen-Einzel sowie Bronze im Teambewerb mit Mario Seidl, Franz-Josef Rehrl und Lukas Klapfer als auch im Team-Sprint mit Rehrl. Doch nicht nur Gruber fehlt wegen seiner Herzprobleme diesmal in Oberstdorf, sondern mit Kreuzbandriss auch der Großschanzen-Bronzene Rehrl.

Erfolgreiche Skispringer
Am erfolgreichsten im ÖSV-Lager waren mit drei Silbernen und zwei Bronzenen die Skispringer. Die drei Vize-WM-Titel gab es hinter Deutschland in den Teambewerben. Philipp Aschenwald und Stefan Kraft wurden im Männer-Bewerb mit Michael Hayböck und Daniel Huber Zweite, im Mixed mit Eva Pinkelnig und Daniela Iraschko-Stolz. Dieses Frauen-Duo kam mit Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Hölzl zu Silber. Dazu kamen Bronze auf der Normalschanze von Stefan Kraft und Iraschko-Stolz.

Überschattet wurden die Weltmeisterschaften von einer Doping-Razzia, in der „Operation Aderlass“ folgten Festnahmen der ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Erst diesen Jänner wurde der deutsche Drahtzieher Mark S. zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Sportrechtlich hatte es Schuldsprüche u.a. gegen Hauke, Baldauf und Harald Wurm gegeben. Auch Sportler aus dem Radsport, dem Eisschnelllauf, dem Triathlon und dem Skibergsteigen waren involviert.

krone Sport
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