Ein Arzt in Ungarn versteht die Welt nicht mehr: Warum fährt die ungarische Kayak-Nationalmannschaft ausgerechnet nach Südafrika ins Trainingslager, als ob nichts wäre? Die Sportler haben vor Kurzem die erste Coronavirus-Impfung bekommen.
Ungarns Kayak-Nationalteam trainiert im Winter traditionell am Roodeplaat Dam in Südafrika. Wegen des Winters in Europa ist wichtig mit dem Trainingslager in ein sonnenverwöhntes Land auszuweichen. Was niemand kritisieren würde, wäre da nicht ein gewisses Coronavirus und eine südafrikanische Mutante, wegen der gerade die Köpfe der Wissenschaftler rauchen. Auch in Österreich.
Anomalien
Ein ungarischer Arzt ist auf jeden Fall vollkommen entsetzt ob der Wahl des Reiselandes. Er schrieb einen Brief an das Internet-Portal „telex.hu“ und wies auf Anomalien hin: So zum Beispiel auf die Tatsache, dass die erste Coronavirus-Impfung noch keinen vollständigen Schutz gewährleistet. Die zweite Impfung sollen die Sportler erst nach Heimkehr bekommen. Die Profis sind seit Ende Jänner am Roodeplaat Dam.
„Wir nehmen das Risiko an“
„Das Trainingslager ist freiwillig, nicht obligatorisch, niemand wird aus der Nationalmannschaft fliegen, wenn er/sie nicht mitfährt. Wir haben mit jedem Sportler vorher konsultiert, ob er/sie kommen will, oder nicht. Niemand wollte sie dazu überreden. Es gibt keine andere Nation, die dort trainiert, deswegen haben wir ihnen diesen Ort in Südafrika empfohlen. Wir wissen, dass die erste Impfung noch keinen Schutz gibt, aber nach der Heimkehr bekommen sie den zweiten Teil. Wir haben Kader-Ärzte, die den Ort sehr gut kennen. Sie versorgten die Sportler mit Informationen. Fünf Sportler von uns haben das Coronavirus schon hinter sich. Es gibt keinen Punkt der Erde derzeit, wo es das Virus noch nicht gibt. Wir nehmen das Risiko an, wie auch unsere Konkurrenz, die sich gerade in der Türkei vorbereitet. Wir reden über Spitzensportlern, die im Mai Wettkämpfe bestreiten wollen und vor allem bei der Olympia gut abschneiden wollen“, sagte der Verbandspräsident Gabor Schmidt.
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