02.02.2021 11:34 |

„Es ging um Minuten“

Hohe Gaskonzentration: Gebäude in Wien evakuiert

Nicht viel hat am Dienstag zu einer Gas-Katastrophe in Wien gefehlt: Im Zuge einer Kontrolle rund um illegal angebrachte Gas- und Stromzähler wurde in einem Gebäude in Favoriten eine gefährliche Gaskonzentration festgestellt, das Mehrparteienhaus umgehend evakuiert. „Es ging um Minuten“, so Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen. Die Polizei ermittelt.

Am Dienstagmorgen führten Einsatzkräfte der Polizei und der Gruppe Sofortmaßnahmen eine Schwerpunktaktion in der Laaer-Berg-Straße in Favoriten durch, „Grund der Kontrolle waren massive Verstöße gegen das Feuerpolizeigesetz, das Meldegesetz und der Verdacht des Stromdiebstahles“ in einem bereits als sogenanntes Problemhaus bekannten Gebäudes, hieß es seitens der Einsatzkräfte. Immer wieder wurde das Gebäude in der Vergangenheit untersucht - so auch am Dienstag, und offenbar keine Sekunde zu früh.

Leitung nicht fachgerecht abgedichtet
Bei der Demontage von vier Gas- und Stromzählern wurde plötzlich eine „gefährliche Gaskonzentration festgestellt“ - ein Verbrauchsgerät war offenbar abmontiert und hinter einem Küchenkasten die Leitung nicht fachgerecht verschlossen worden. 

Großeinsatz, Evakuierung
Ein Großeinsatz folgte, an dem auch die Berufsfeuerwehr Wien mit 13 Fahrzeugen sowie die Berufsrettung mit sieben Teams und dem Katastrophenzug beteiligt waren. Da lediglich ein Funke in der Folge das Gas entzünden hätte können, schalteten Helfer der Feuerwehr sofort sämtliche elektrischen Anlagen ab und sperrten die Gaszufuhr, zeitgleich wurde das Mehrparteienhaus evakuiert.

35 Bewohner wurden in der Folge von der Berufsrettung betreut, zwölf benötigten medizinische Versorgung. Ein Opfer sei mit Verdacht auf eine CO-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden, hieß es. Nach der Belüftung des Gebäudes und mehrerer Kontrollmessungen - einige Wohnungen mussten auch gewaltsam geöffnet werden, hieß es -, wurde bereits mit den polizeilichen Ermittlungen begonnen. 

Die Mieter konnten zwar wieder in ihre Wohnungen zurück. Die Gasleitung bleibt jedoch vorerst gesperrt. Der Eigentümer wurde angewiesen, die Installationen von einem Installateur prüfen zu lassen, bevor die Versorgung wieder hergestellt werden kann.

„Katastrophe wie in Langenzersdorf konnte vermieden werden“
„Diese Schwerpunktkontrollen sind ein wichtiger Bestandteil zur allgemeinen Sicherheit“, zeigte sich Hillerer überzeugt. „Durch das rasche Handeln und die perfekte Zusammenarbeit der Rettungskette - es ging um Minuten - konnte eine Katastrophe wie in Langenzersdorf vermieden werden“, richtete er ein großes Lob an die Einsatzkräfte.

Explosion riss Krater in Wohnhaus
Wie berichtet, hatte Freitagfrüh eine gewaltige Explosion Langenzersdorf in Niederösterreich erschüttert. In einer Wohnung in einem Mehrparteienhaus hatte ein Mieter mutmaßlich die Gaszuleitung an der Therme aufgeschraubt. Gegen 8 Uhr früh kam es zur Detonation, die einen Krater in das Gebäude riss und im Umkreis von rund 100 Metern enorme Zerstörung anrichtete. Der mutmaßliche Täter kam ums Leben, sechs weitere Menschen überlebten die Explosion teils schwer verletzt.

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