31.01.2021 12:10 |

Verstörende Aufnahmen

Strände in Rio trotz Corona-Pandemie brechend voll

Brasilien ist nach den USA das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Es verzeichnet bereits 224.000 Tote und fast 9,2 Millionen Infektionen (Stand: Sonntagvormittag) mit Covid-19. Doch während die zweite Coronavirus-Welle in weiten Teilen des Landes für stark steigende Ansteckungszahlen sorgt und das Gesundheitssystem zum Kollaps bringt, sind die Strände von Rio de Janeiro brechend voll (siehe Video oben).

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius tummelten sich am Freitag und Samstag Abertausende Menschen an den weltberühmten Stränden von Copacabana und Ipanema. Dicht an dicht drängten sich die Besucher - viele von ihnen ohne Schutzmaske - zwischen den zahllosen Sonnenschirmen, um die Sommersonne zu genießen.

Zu einem Zeitpunkt, als die Behörden der Millionenmetropole Rio de Janeiro angesichts stark steigender Infektionszahlen überlegten, einen „Code Red“ einzuführen, der die Freizeitaktivitäten einschränkt. In der Hoffnung, so die Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus im gleichnamigen Bundesstaat zu verlangsamen.

Womit die Strandbesucher naturgemäß nicht einverstanden sind. „Ich bin dafür, dass die Strände offenbleiben, sie sind das Einzige, was die Menschen jetzt haben. Es ist bekannt, dass es schwieriger ist, sich am Strand unter freiem Himmel anzustecken, als in einem Aufzug, einem Bus oder in der U-Bahn“, sagt etwa ein 70-jähriger Arzt (Bild unten), der Urlaub in Rio macht.

„Muss ein paar Stunden raus aus dem Wahnsinn“
Was für Österreicher die umstrittenen Ausflüge in die Skigebiete sind, ist für die Brasilianer der Strandbesuch. „Ich bin hier, weil ich eine Auszeit brauche. Ich will ein paar Stunden raus aus diesem Wahnsinn, abschalten, in freier Natur durchatmen“, erklärt etwa ein 29-jähriger Uber-Fahrer.

Und die Politiker getrauen sich vorerst noch nicht, den Brasilianern ihre Sommerferien zu nehmen, nachdem bereits die gigantische Silvesterparty abgesagt werden musste, die heurige Karnevalssaison gestrichen wurde und in den Stadien des fußballverrückten Landes vor leeren Rängen gekickt wird.

„Es ist Sommer, sie sind (der Einschränkungen; Anm.) schon müde und die Anziehungskraft der Strände ist sehr groß. Wir sehen keine Chance, dass wir das Gewissen der Menschen gewinnen können“, zitierte erst kürzlich das Nachrichtenportal „G1“ die Forscherin Chrystina Barros von der Bundesuniversität Rio de Janeiro.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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