22.01.2021 12:33 |

Fukushima & Sellafield

Briten und Japaner bauen Roboter zur AKW-Demontage

Wo der Mensch nicht überleben kann, schickt er seine Roboter hin: In AKW-Ruinen wie Tschernobyl, Fukushima oder dem Sellafield-Komplex arbeiten ferngesteuerte Maschinen daran, die nuklearen Hinterlassenschaften der Menschheit zu entsorgen. Briten und Japaner haben dafür nun eine millionenschwere Kooperation in der Forschung vereinbart.

Umgerechnet 13,5 Millionen Euro werden von der britischen Gesellschaft für Forschung und Innovation UKRI, der Nuclear Decommissioning Authority NDA und dem japanischen AKW-Betreiber TEPCO ins Projekt „LongOps“ gesteckt, dessen Ziel ist, Roboter für den Abbau havarierter oder stillgelegter Kernkraftwerke zu entwickeln.

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Roboter bieten uns neue Möglichkeiten, um unsere komplexe Arbeit sicher und kosteneffektiv zu erledigen.

Adrian Simper, NDA

Das Technologiemagazin „Interesting Engineering“ zitiert Adrian Simper von der NDA: „Roboter bieten uns neue Möglichkeiten, um unsere komplexe Arbeit sicher und kosteneffektiv zu erledigen.“

Einsatz in Sellafield und Fukushima
Die Kooperation mit TEPCO bedeute, dass Briten und Japaner vom Wissen der jeweils anderen profitieren und gemeinsam neueste technologische Lösungen entwickeln können, um gemeinsame Probleme zu lösen. Gemeint sind Aufräum- bzw. Demontagearbeiten im havarierten AKW Fukushima und dem britischen Atomkomplex Sellafield, wo es viele Bereiche gibt, die so verstrahlt sind, dass Menschen dort nicht arbeiten können.

Die Forschungszusammenarbeit wurde zunächst auf vier Jahre beschlossen und soll neben Robotern für die Arbeit in Kernkraftwerken auch Maschinen hervorbringen, die in der Kernfusionsforschung eingesetzt werden könnten.

Andere Roboter sind bereits im Einsatz
Roboter spielen schon jetzt eine wichtige Rolle bei der Überwachung, Demontage und Dekontaminierung von Atomkraftwerken. In Sellafield und Fukushima tauchen ferngesteuerte U-Boote durch nukleare Teiche, Drohnen messen die Strahlenbelastung in havarierten Reaktoren und Robo-Tentakel mit Laser-Schneidbrenner zerlegen AKW-Teile für den Abtransport.

Video: Drohne inspiziert Tschernobyls Reaktor 5

Es ist eine langjährige und schwierige Aufgabe. Für den Abbau eines Atomkraftwerks wird dem Bericht zufolge im Durchschnitt eine Zeitspanne von 50 Jahren gebraucht - bei besonders schwerer Strahlenbelastung wie in Tschernobyl oder Fukushima wohl noch deutlich mehr.

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