19.01.2021 06:38 |

Neue Schutzmaßnahmen

Radon in Kärnten: Karte zeigt strahlendes Risiko

Gesperrte Schulklassen, ein nicht mehr bewohnbarer Bauernhof: Das radioaktive Edelgas Radon sorgt in Kärnten immer wieder für Probleme. Nach tausenden Messungen im ganzen Land zeigt jetzt eine Risiko-Karte die Belastung. Drei Gemeinden sind als Radonschutzgebiet ausgewiesen. Das Land arbeitet an Maßnahmen.

Radon ist ein radioaktives, geruch- und geschmackloses Edelgas, das in der Natur vorkommt und durch radioaktiven Zerfall von Uran entsteht.Während sich Radon im Freien sofort verflüchtigt, kann es durch Risse oder andere undichte Stellen im Fundament in Häuser eindringen, sich ansammeln und für Bewohner gesundheitsschädlich wirken.

Radon-Screenings in Bundesländern
Um Risiko-Gebiete auszuweisen, haben Experten in allen Bundesländern Radon-Screenings durchgeführt. „In Kärnten wurden über 2500 Messungen vorgenommen. Es hat sich dabei gezeigt, dass wir nicht so stark betroffen sind wie Tirol oder Oberösterreich“, erklärt Harald Tschabuschnig, Leiter der Umweltabteilung im Land Kärnten.

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Wir haben über 2500 Messungen durchgeführt. Dabei wurden auch Regionen mit sehr hohen Konzentrationen identifiziert. Es wird neue Schutzmaßnahmen geben.

Harald Tschabuschnig, Umweltabteilung

Hohe Radon-Konzentration in Oberkärnten
Dennoch ist das Gas auch bei uns ein Risikofaktor: Alle 132 Kärntner Gemeinden wurden als „Radon-Vorsorgegebiet“ ausgewiesen. Das bedeutet, dass bei Neubauten und Generalsanierungen spezielle Schutzmaßnahmen getroffen und Messungen durchgeführt werden müssen. Besonders hohe Radon-Konzentrationen wurden in Regionen in Oberkärnten entdeckt: Mühldorf, Reißeck und Obervellach wurden als „Radon-Schutzgebiet“ kategorisiert (siehe Grafik). Tschabuschnig: „Hier müssen wir besondere Maßnahmen setzen und die Belastung im Auge behalten.“

Neue Maßnahmen
Im Detail sollen die Maßnahmen, wie etwa auch das Abdichten von bestehenden Gebäuden, mit Experten aus den verschiedenen Fachbereichen (Gesundheit, Umwelt, Gemeinden, Bau) ausgearbeitet werden. Die aktuelle Radon-Karte findet man im Internet.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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