16.01.2021 10:13 |

NRA zieht nach Texas

Waffenlobby will mit Konkurs Auflösung vereiteln

Die mächtige US-Waffenlobby-Organisation NRA hat Konkurs angemeldet - damit will die National Rifle Association einer Auflösung entgehen, die nach einer Anklage im Sommer vergangenen Jahres droht. Die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York kritisierte, „Betrug und Missbrauch“ seien über Jahre hinweg auf der Tagesordnung gestanden.

Am Freitag kündigte NRA an, Insolvenz anzumelden, um sich restrukturieren zu können. Man wolle ein „vergiftetes“ und „korruptes“ politisches Umfeld in New York verlassen. Die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York, Letitia James, hatte im August Anklage erhoben, mit dem Ziel, den Verband aufzulösen.

Verdacht auf gesponsorte Luxusreisen und Freunderlwirtschaft
„Betrug und Missbrauch“ seien über Jahre an der Tagesordnung gewesen, sagte sie zur Begründung. Unter anderem sollen Führungspersönlichkeiten Geld für Luxusreisen veruntreut und Aufträge an Familienmitglieder und Freunde vergeben haben.

Die NRA besitzt in den USA gemeinnützigen Status und unterliegt daher besonderen Auflagen für Verwendung der Spenden, Wohltätigkeit und Rechnungslegung. Sie gilt als sehr konservative Organisation mit großem politischem Einfluss und als loyale Unterstützerin vor allem von Republikanern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump. Die Anklageerhebung im Sommer hatte Trump als „schreckliche Sache“ bezeichnet und geraten, die NRA solle ihren Sitz nach Texas verlegen.

Die NRA hat ihren Sitz in Fairfax im Bundesstaat Virginia und kann in New York rechtlich verfolgt werden, weil dort ihre Eintragung als gemeinnützige Organisation hinterlegt ist.

James erklärte nach der Ankündigung der NRA, sie werde die Dokumente prüfen, es der Organisation aber nicht erlauben, „diese oder irgendeine andere Taktik“ zu nutzen, um sich der Rechenschaftspflicht und Aufsicht ihrer Behörde zu entziehen.

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