„Goldene“ Gurken

Die Lebensmittelpreise in Russland explodieren

Außenpolitik
17.02.2026 17:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der drastische Preisanstieg bei einfachen Lebensmitteln – insbesondere Salatgurken – sorgt in Russland für Unmut in der Bevölkerung.

Da der seit fast vier Jahren anhaltende Krieg gegen die Ukraine für Löcher im Staatshaushalt sorgt, hat die Regierung im Jänner die Mehrwertsteuer angehoben. Seither müssen die Russen für Obst, Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Futter für Haustiere deutlich tiefer in die Tasche greifen.

„Wenn man die Dinge beim Namen nennt, werden wir einfach vor unseren Augen ärmer. Die Preise steigen, während die Einkommen gleich bleiben oder sogar sinken. Seit Beginn des Krieges hat sich unser Lebensstandard in finanzieller Hinsicht um das Dreieinhalb- bis Vierfache verringert“, beschwerte sich ein Leser gegenüber dem russischen Exil-Medium „Meduza“. Eine weitere Userin meinte, man könne sich keine Tomaten mehr ansehen, ohne auszurasten. „Aber im Vergleich zu den Ukrainern haben wir im Alltag nichts zu beklagen. Wenn der Friede durch unsere leeren Kühlschränke kommen soll – dann sollte es möglichst bald geschehen“, heißt es in einem weiteren Statement.

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Was sollen die Leute tun? Einfach akzeptieren, dass sie sich die grundlegendsten Lebensmittel nicht leisten können?

Sergej Mironow

Laut amtlichen Statistiken haben sich die Preise für Gurken im flächenmäßig größten Land der Welt seit Dezember verdoppelt und liegen nun bei durchschnittlich gut 300 Rubel (3,60 Euro) pro Kilogramm. In den sozialen Medien kursieren Bilder von Etiketten, die teils das Zwei- oder Dreifache ausweisen. Unter dem Druck von Politikern, die heuer vor Parlamentswahlen stehen, hat die Kartellbehörde Produzenten und Einzelhändler zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Fraktionschef der Partei Gerechtes Russland in der Duma, Sergej Mironow, sprach von einer neuen „Delikatesse“ in den Geschäften.

Neue Kleidung ist für viele gar nicht mehr finanzierbar.
Neue Kleidung ist für viele gar nicht mehr finanzierbar.(Bild: EPA/MAXIM SHIPENKOV)

„Goldene“ Erdäpfel, Eier und jetzt Gurken
Das Landwirtschaftsministerium habe die hohen Preise mit der Saisonalität begründet. „Dieselbe Erklärung benutzten sie für die ,goldenen‘ Kartoffeln im letzten Jahr, und jetzt sind es ,vergoldete‘ Gurken“, so Mironow. „Was sollen die Leute tun? Einfach akzeptieren, dass sie sich die grundlegendsten Lebensmittel nicht leisten können?“

Die Preise für Gurken übersteigen mittlerweile die für importiertes Obst wie Bananen. Einige Supermärkte in Sibirien begrenzen die Abgabemenge pro Kunde. Mironows Partei und die Kommunisten haben vorgeschlagen, die Aufschläge der Einzelhändler auf Grundnahrungsmittel zu deckeln. Ein Abgeordneter der Regierungspartei versuchte, das Problem herunterzuspielen, wurde aber von Nutzern in sozialen Medien zurechtgewiesen. „Früher hieß es, die Eier seien ,golden‘. Jetzt sind es die Gurken“, schrieb eine Nutzerin. Die Produzenten versicherten jedoch, dass die Preise im nächsten Monat mit wärmerem Wetter wahrscheinlich sinken würden.

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