13.01.2021 08:00 |

Vermisste Kinder

„Das Trio hat sehr zurückgezogen gelebt“

Die vermissten Kinder aus den Niederlanden, die vergangene Woche in Tirol gefunden wurden, machen auch in Holland Schlagzeilen. Seit ihrem spurlosen Verschwinden 2014 gab es kaum Entwicklungen in dem Fall. Das Auftauchen der beiden bringt einige Erkenntnisse - und wirft neue Fragen auf.

2007 ließ sich die Mutter der heute 13 und 17 Jahre alten Kinder von deren Vater scheiden. Immer seltener durfte er seine Kinder sehen. Das letzte Treffen fand 2008 statt. 2014 entzog das Gericht der Mutter schließlich die Obhut über das damals elfjährige Mädchen und den siebenjährigen Buben. Daraufhin verschwand die Mutter mit ihnen. Die Behörden und ein angeheuerter Privatdetektiv fanden keinen Hinweis auf den Aufenthaltsort des Trios. Auch der internationale Haftbefehl, der 2016 gegen die Mutter erlassen wurde, blieb ergebnislos.

Durch Zufall entdeckt
Vergangene Woche wurden die drei nun im Tiroler Unterland gefunden. Niederländischen Medien zufolge erlitt die 47-jährige Mutter eine Gehirnblutung. Infolgedessen wurde sie in die Klinik Innsbruck gebracht, wo sie verstarb. Dass sich die Kinder nicht ausweisen wollten, erregte Misstrauen. Die Polizei fand schließlich die abgelaufenen Pässe des 17-jährigen Mädchens und ihres 13-jährigen Bruders, die Behörden wurden verständigt.

Der Vater in den Niederlanden ist froh, dass seine Kinder wieder aufgetaucht sind. „Es fühlt sich so unwirklich an“, sagt er dem holländischen TV-Sender ZO-NWS. In Zukunft möchten die Geschwister bei ihrer Großmutter leben, die momentan bei ihnen in Tirol ist. Sie dürften öfter Kontakt zu ihr gehabt haben, denn die Großmutter war die erste, die die Kinder anriefen, als ihre Mutter zusammenbrach.

Einiges ist noch unklar
Laut einer Nachbarin sollen Mutter und Kinder seit Herbst 2020 in dem Haus in Kirchdorf gewohnt haben. „Vielleicht im Oktober oder November“ seien sie eingezogen. „Aber man hat sie kaum wahrgenommen, das Trio lebte sehr zurückgezogen.“ Wo sie zuvor gewohnt haben, ist ein Rätsel. Die Jugendlichen seien Zuhause unterrichtet worden, so das holländische Nachrichtenportal 1Limburg.

Sie hätten Zugang zu Lernmaterial gehabt und den normalen Jahrgangsstoff aller Fächer gelernt. Außerdem würden sie vier Sprachen sprechen. Wie die Mutter, eine ehemalige Anwältin, das Leben der drei finanzierte, ist unklar. Das könnte sich aber ändern. Die Tochter will nämlich ein Buch über ihre Mutter schreiben.

Nicole Greiderer, Kronen Zeitung

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