Der Rennstall sieht die Rivalität sogar als befruchtend an. "Es ist nicht immer einfach zu managen, aber sie pushen sich gegenseitig zu Höchstleistungen - und dadurch auch das Auto", erklärte Teamchef Christian Horner. Vettel hatte sich durch die auch medial hochgespielten Differenzen nie aus der Ruhe bringen lassen. "Manchmal gerät man sich eben in die Haare, das ist normal", meinte der Deutsche. "Irgendwann muss jeder auf sich schauen."
Vettel: "Das war gut für uns beide"
Für ein gutes Klima in der kommenden Saison sei die Aussprache aber wichtig gewesen - auch in diesem Moment, unmittelbar nach dem größten Triumph seiner Karriere. "Das war gut für uns beide", sagte Vettel, der wie schon im Vorjahr auch 2011 ein Fahrerduo mit Webber bilden wird. Allen Rücktrittsgerüchten nahm der "Aussie" den Wind aus den Segeln, indem er selbst als geschlagener WM-Dritter zu den Red-Bull-Feierlichkeiten in Salzburg angereist war.
Stehende Ovationen für Webber
Webber machte gute Miene zum für ihn gar nicht so guten Spiel - und war prompt einer der großen Gewinner des Galaabends. Der Australier erhielt am Montag unvermittelt von 1.000 Gästen im Hangar-7 stehende Ovationen, hatte dabei sogar leicht glasige Augen. "Dieser Empfang war sehr speziell", gestand der vierfache Saisonsieger. "Es gibt auch andere Leute als die großen Sieger, die den Sport interessant machen. Das ist gut so."
Neidfreier Verlierer
Als Verlierer zeigte Webber Größe, gratulierte Vettel zu einem "völlig verdienten" Titel. Neid verspüre er nicht, das enorme Interesse am jüngsten Weltmeister aller Zeiten sei gerade in Österreich oder Deutschland nachvollziehbar. "Das ist eine Geschichte von Weltformat. Nächstes Jahr werde ich ihm aber ordentlich einheizen", versprach der Routinier dem elf Jahre jüngeren Kollegen. "Die Erwartungen an ihn sind jetzt noch höher."
Umso mehr kann auch Webber gewinnen, falls er kommende Saison mit dem Weltmeister mithalten kann. "Mark wird nächstes Jahr noch stärker zurückkommen", versprach Teamchef Horner. Bis dahin gehen sich die beiden Stallrivalen nach einer abschließenden Feier in der Fabrik in Milton Keynes aber erst einmal aus dem Weg. Webber mit einem Lächeln, das er nach dem Frust von Abu Dhabi zurückerlangt hat: "Irgendwann gehen wir uns doch alle auf die Nerven."
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