16.12.2020 11:08 |

Debatte um Seilbahnen

ÖVP-Hörl rudert nach Regierungskritik zurück

Nach harschen Worten gegen die österreichische Bundesregierung zu der geplanten Öffnung der Skilifte für Einheimische hat ÖVP-Mandatar Franz Hörl nun einen Rückzieher gemacht. Dem Kanzler sei die „Bedeutung des Tourismus stets bewusst“ gewesen, erklärte der Obmann des Fachverbandes für Seilbahnen am Mittwoch. Während sich die Grünen von ihm keine „generelle Tourismusfeindlichkeit“ unterstellen lassen wollten, fand Hörl in der FPÖ Unterstützer für seine Kritik.

Hörl bezeichnete am Dienstagabend die Verordnung zur Öffnung der Skigebiete als „weiteren massiven Anschlag auf die Branche“ und attestierte den Grünen eine „tiefe Abneigung gegen den Tourismus und eine spezielle gegenüber den Seilbahnen“. Auch seiner eigenen Partei unterstellte er, dass diese „offenbar keinen Einfluss“ auf den Regierungspartner habe.

Hörl riet, Betriebe geschlossen zu halten
Konkret bemängelte Hörl eine „ausbleibende Kommunikation vorab“ und „weitere Hürden“ für die Seilbahnbetreiber. Der Bund würde nun „völlig überraschend von jedem Unternehmen weitere umfangreiche Risikoanalysen des Betriebs“ verlangen.

Zudem solle der Betrieb geschlossener Fahrmittel - jetzt also auch bei Sesselliften mit Schutzhaube - nun auf die halbe Kapazität an Personen eingeschränkt werden. „Wenn man uns zusperren will, soll man es einfach sagen“, hielt er fest, und riet den Betrieben gar nicht erst aufzusperren.

Über Nacht dürfte ihm nun ein Sinneswandel widerfahren sein - Hörl entschuldigte sich beim Kanzler und der Regierung - die getroffenen Maßnahmen seien schnell und zielführend, rudert der Abgeordnete zurück. Sie seien zudem „allen Widrigkeiten zum Trotz” von der gesamten Bundesregierung - und damit auch von den Grünen - auf den Weg gebracht worden, so der Seilbahnen-Chef. 

Unterstützung von der FPÖ, Grüne erzürnt
Die Grünen zeigten am Mittwoch wenig Verständnis für die „Rundumschläge” des Abgeordneten. Die Gesundheit der Menschen habe „höchste Priorität“, dafür brauche es eben Sicherheitskonzepte - insbesondere der Vorwurf der Tourismusfeindlichkeit sei „gleichermaßen absurd wie falsch“, hieß es in einer Aussendung. 

Unterstützung erhielt Hörl hingegen von der Tiroler FPÖ. Landesparteichef Markus Abwerzger meinte, dass die Grünen unter dem Vorwand der Pandemie „anscheinend den Tourismus und die Seilbahnwirtschaft nachhaltig schädigen“ wollen. Die Verordnung des Gesundheitsministeriums sei eine „Farce“ und ein Beweis dafür, „dass die Regierung in der Bekämpfung der Corona-Pandemie total versagt.“

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